Gottes Wort kommt nun an

Neue Technik für Schwerhörige in Badestädter Kirche

+
Einmalig im Kreis: Hinter Glas ist die Technik untergebracht, die in der St.-Crucis- Kirche jetzt auch bei Schwerhörigen Gottes Wort ungetrübt ankommen lässt – präsentiert von Silvia Börner (von links), Pfarrer Hubertus Spill, Helga Finger und Silvia Groß.

Bad Sooden-Allendorf. Einzigartig im Kreis ist die 39.000-Euro teure Technik in der St.-Crucis-Kirche, dank der Schwerhörige wieder gut dem Gottesdienst folgen können.

Mit einer Spende von 5000 Euro hat der örtliche Sozialkreis die letzte Finanzierungslücke geschlossen, um in der mit hohem Aufwand soeben restaurierten St.-Crucis-Kirche eine Technik installieren zu können, die nach Angaben von Pfarrer Hubertus Spill kreisweit einmalig ist und schwerhörigen Menschen zugutekommt.

Die sogenannte „Gehörlosenschleife“ ist in Wirklichkeit eine Induktionsschleife, die mit einem Verstärker verbunden ist und eine störungsfreie Wiedergabe von Audiosignalen immer dann ermöglicht, wenn der Pfarrer über Mikrofon Gottes Wort verkündet, das dann auch glockenklar beim Träger eines Hörgerätes ankommt, das – wie in aller Regel der Fall – über eine Telefonspule verfügt.

Diese Induktionsschleife haben freiwillige Helfer unsichtbar im Boden des Gotteshauses rund um die zwanzig Bankreihen nördlich des Mittelgangs im Kirchenschiff verlegt. Oder einfacher ausgedrückt: Wer die Kirche durchs Hauptportal betritt, sollte auf den Bänken zur linken Hand Platz nehmen. Die aufwendige Technik, die immerhin 39.000 Euro gekostet hat, ist versteckt in einem früheren Beichtstuhl untergebracht, der – wie die ganze Kirche – aus der Zeit vor der Reformation stammt.

Von der einwandfreien Funktion der Anlage überzeugten sich bei der Spendenübergabe jetzt Sozialkreis-Vorsitzende Helga Finger und ihre Mitstreiterinnen Silvia Groß und Silvia Börner, die praktischerweise auch dem Kirchenvorstand angehört und die erstmalige Spende des Sozialkreises an die Crucis-Gemeinde gefördert hat. Auch, ohne selbst auf ein Hörgerät angewiesen zu sein, zeigten sie sich beeindruckt von der ganz neuen Akustik. Die 5000-Euro-Spende, freute sich Pfarrer Spill, komme genau zur rechten Zeit und habe beim Kirchenvorstand „große Erleichterung und sogar Begeisterung“ ausgelöst. Und Helga Finger gestand, ein bisschen Eigennutz stecke auch hinter der Spende, weil viele Mitglieder des vor 30 Jahren von Pfarrer Fritz Abendroth gegründeten Sozialkreises selbst Hörgeräte benutzten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.