Neuer Leiter Dr. Jörg Möller will die Rhenanus-Schule weiter öffnen

Neuer Chef der Rhenanus-Schule: Dr. Jörg Möller wechselte zum neuen Schulhalbjahr von Großalmerode nach Bad Sooden-Allendorf. Foto: Forbert

Bad Sooden-Allendorf. Er sei gern an der Valentin-Traudt-Schule in Großalmerode gewesen, sagt er. Trotzdem wechselte Dr. Jörg Möller zu Beginn des neuen Halbjahres an die Rhenanus-Schule in Bad Sooden-Allendorf.

„Weil sie auch eine Oberstufe hat, das ist noch etwas anderes“, antwortet er auf die ihm wohl häufig gestellte Frage nach dem Warum. Allein schon der Umgang mit Oberschülern sei eine andere Herausforderung, sie in der letzten Phase der Reife bis zum schulischen Abschluss begleiten zu können - „das ist eine schöne Sache und der Reiz“.

Noch bittet Möller sich auf die Frage, was er als erstes anpacken will, die 100-Tage-Schonfrist aus, um Stärken und Schwächen und die Ressourcen der Schule zu erkennen. Er will sehen, was in die Schule und was in ihre Umgebung passt - „was die Bevölkerung möchte“. Der Kontakt zu den Eltern und zu den Menschen in Bad Sooden-Allendorf ist ihm wichtig - wohlwissend, dass es vor wenigen Jahren ein problematisches, ja gestörtes Verhältnis gab.

Er baut auf die gute Zusammenarbeit mit den Sportvereinen und der Kirche und geht von weiteren Anregungen von ihnen aus. Indem beispielsweise das Forum für eine Podiumsdiskussion des Kreisschülerrates geboten wurde und jetzt für eine Kleiderkammer ein Raum zur Verfügung gestellt wird, öffne sich die Schule weiter. Möller: „Schule ist ein gewichtiger Bereich von gesellschaftlichem Leben, kein abgeschlossener Bereich.“ „Es geht zunächst einmal ums Erhalten der Schule, konkret der kleinen Oberstufe“, sieht er als eine der wichtigen Aufgaben an, „der man sich sensibel zuwenden muss“.

Als ein weiteres Standbein der Schule neben den Schwerpunkten Sport und Musik sieht er die Naturwissenschaften mit den neu gestalteten und „herrlich ausgestatteten“ Fachräumen. Nach den Osterferien soll eine Chinesisch-AG starten, kündigt er auch neue Wege bei den Sprachen an. Mit Japanisch, das der 53-Jährige bestens beherrscht, habe er sich noch nicht durchsetzen können, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Da dürfte er eher mit seinen Ideen von Erlebnispädagogik ankommen. Müller, der als Jugendbewegter und Förderer der Wandervögel gern in der Natur unterwegs ist und den Kanuschein hat, will mit seinen Schülern Kanu fahren. Das vermittele im wahrsten Sinne des Wortes das Gefühl, dass alle in einem Boot sitzen. Denn das ist ihm auch wichtig und sein, dem Gründer des Christlichen Jugenddorfwerks Deutschlands (CJD) entliehenes pädagogisches Motto: „Keiner darf verloren gehen!“

Zur Person

Jörg Möller (53) wurde in Aachen geboren und ging in Köln zur Schule. Sein Abitur machte er an der Christopherusschule Oberurff (Schwalm-Eder-Kreis). Er studierte von 1985 bis 1996 Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln, Japanologie, Völkerkunde und Geschichte, Pädagogik sowie Geschichte und Sport für das Lehramt der Sekundarstufe I.

Zwei Semester studierte Möller in Japan. 2005/06 absolvierte er ein Intensivstudium der Betriebswirtschaft an der Fern-Uni Hagen. Er hat drei Doktortitel (Pädagogik, Sportwissenschaften, Philologie). Möller arbeitete als wissenschaftlicher Referent der Deutschen Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens in Tokio und in Einrichtungen des Christlichen Jugenddorfwerks, darunter sechs Jahre als Realschulrektor in Königswinter. Anfang 2009 kam Möller als Rektor an die Johannisberg-Schule Witzenhausen, ab August 2010 leitete er die Valentin-Traudt-Schule - bis Ende Januar.

Der 53-Jährige ist ledig und wohnte in einem alten, von ihm selbst sanierten Fachwerkhaus im Hessisch Lichtenauer Stadtteil Reichenbach. (stk)

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