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Neuer Vorstand wird dringend gesucht – Stadt will das Projekt unterstützen

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Von: Christoph Cortis

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In Sorge um den Bestand des Horts: Vater Thomas Werner und Katharina Lindenthal, Vorstandsmitglied des Trägervereins.
In Sorge um den Bestand des Horts: Vater Thomas Werner und Katharina Lindenthal, Vorstandsmitglied des Trägervereins. © Chris Cortis

In der Badestadt hängt die Existenz des Vereins Hort-Impuls am seidenen Faden und damit auch die weitere Betreuung von Grundschulkindern am Nachmittag nach dem regulären Schulunterricht.

Bad Sooden-Allendorf – Vorbei wäre es dann auch mit einer qualifizierten Hausaufgabenbetreuung und einer Betreuung der Jungen und Mädchen sogar während der Ferien. Eine Rettung des Horts in letzter Minute könnte dennoch gelingen, wenn eine neue Führung des Vereins gefunden wird. Viel Zeit bleibt aber nicht: Die Frist dafür läuft schon am Dienstag (21.06.2022) ab.

Das ist das wenig ermutigende Ergebnis einer Elternversammlung, zu der Thomas Werner als besorgter Vater eines Hort-Kindes eingeladen hatte und zu der mehr als 30 Teilnehmer gekommen waren.

Dass der Rettungsanker in so kurzer Zeit gefunden werden muss, ergibt sich aus der schlichten Tatsache, dass sich am Dienstag der Sozialausschuss mit dem Thema befasst und nach Darstellung seiner Vorsitzenden Carolin Krengel eine Beschlussempfehlung für das am 15. Juli tagende Stadtparlament nur abgeben kann, wenn die Vereinsführung in neue Hände gelegt wird.

Klar nämlich ist, dass der langjährige Vorsitzende Werner von Rechenberg und seine Stellvertreterin Gisela Wand definitiv aufhören, allerdings bereit wären, die neue Doppelspitze des Vereins einzuarbeiten.

Und auf die käme einiges zu. Sie müsste den Verein wie ein Unternehmen führen mit mehreren Angestellten, sprich Erzieherinnen und Erziehern, und sich durch den Dschungel der Bürokratie arbeiten. Den Mitarbeiterinnen des Horts, die seit Januar nach Tarif bezahlt werden, ist bereits zum Ende des kommenden Monats gekündigt worden. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich das Stadtparlament bereit erklärt, das bis dahin auflaufende Defizit vollständig auszugleichen.

Das Loch in der Kasse des Vereins war entstanden, einerseits durch die Corona-Krise, in deren Folge viele Eltern ihre Kinder abgemeldet hatten, andererseits durch die höhere Dotierung der Gehälter. Arbeitsverträge bei einem neuen Arbeitgeber, so ist zu hören, sollen die Erzieherinnen aber noch nicht unterschrieben haben nach dem Prinzip: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Aktuell wird der Hort in einem mietfreien, kreiseigenen Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft zum Jugendzentrum regelmäßig von 15 Kindern besucht. Zulässig sind maximal 25. Für das kommende Schuljahr liegen immerhin schon 21 Anmeldungen vor.

In der Elternversammlung, an der auch Bürgermeister Frank Hix, seine Stellvertreterin Andrea Stöber und die Leiterin der Grundschule, Caroline Mühr, teilnahmen, war auch deutlich geworden, dass die Stadt wohl bereit wäre, zum Erhalt des Horts jährlich bis zu 30 000 Euro zuzuschießen, falls seriöse Nachfolger für die Vereinsführung kurzfristig gewonnen werden könnten.

Sollten alle Versuche scheitern, könnten die Hort-Kinder zur Nachmittagsbetreuung in die Grundschule wechseln, wovon aktuell rund 100 Kinder Gebrauch machen, allerdings ohne das qualitativ so hohe Angebot wie im Hort.  (zcc)

Kontakt: Verein Hort-Impuls, Tel. 0 56 52/91 94 91

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