Für mehr Bescheidenheit

Nachdenkliche Töne auf Neujahrsempfang in Bad Sooden-Allendorf

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Preisträger und Offizielle bei der Übergabe der Bürgerpreise: Bürgermeister Frank Hix (von links), Erster Stadtrat Günter Leis, Preisträger Wolfgang Frühauf, Hans-Jörg Müller und Frank Müller vom Förderverein des städtischen Freibades, Stadtverordnetenvorsteherin Silvia Börner und Vorstand Uwe Linnenkohl von der VR-Bank Werra-Meißner.

Bad Sooden-Allendorf – Nein zum Anspruchsdenken und Ja zu mehr Bescheidenheit – das war die Botschaft, die vom Neujahrsempfang der Stadt Bad Sooden-Allendorf ausgegangen ist.

Offenbar geläutert von Erfahrungen aus der Vergangenheit, in der die Schuldenlast der Stadt schwindelnde Höhen erreichte, riefen sowohl Stadtverordnetenvorsteherin Silvia Börner (SPD) als auch Bürgermeister Frank Hix (CDU) zur Tugend der Selbstbeschränkung auf.

Es habe den Anschein, „dass wir Ansprüche mit Bedürfnissen verwechseln“. Dies gelte sowohl für den privaten als auch den kommunalen Bereich, erklärte Börner am Sonntag vor zahlreichen Bürgern und Vertretern des öffentlichen Lebens im voll besetzten Hochzeitshaussaal. 

Bedürfnisse könnten und sollten gestillt werden, Ansprüche wüchsen aber oft ins Uferlose. Ohne konkrete Beispiele zu nennen, fügte sie hinzu, das Leben werde „gelassener und glücklicher“, wenn man lerne, zwischen Notwendigem und Wünschenswertem zu unterscheiden. Ähnlich äußerte sich auch Hix, der all jenen Hochachtung zollte, „die nach Bedürfnissen und nicht nach Ansprüchen entscheiden“.

Den nachdenklichen ließ der Bürgermeister auch kritische Töne folgen, als er eine „Tendenz im Land“ ausmachte, wonach aus parteipolitischem Interesse der jeweils Andersdenkende „schlecht gemacht“ werde.

Beim Neujahrsempfang traditionell dabei: Die Sternsinger der katholischen Bonifatiusgemeinde sammelten Geldspenden für Kinder in Peru. 

Hix wies darauf hin, zur Konsolidierung der städtischen Finanzen habe die Stadt in den vergangenen neun Jahren 30 Prozent ihres Personals abgebaut mit der Folge einer erheblichen Mehrbelastung der verbliebenen Beschäftigten. Wenn dann nicht alles sofort erledigt werden könne, schimpften ausgerechnet diejenigen, die eine Kostenreduzierung vehement gefordert hätten.

Die Stadt könne auf das Erreichte durchaus stolz sein. Erstmals seit langer Zeit sei der Haushalt wieder ausgeglichen. Ohne Hilfe von Bund und Land sei das Gradierwerk als Wahrzeichen der Stadt saniert worden. Das Stadtmarketing sei aus den einst über zwei Millionen Euro Miesen herausgekommen und habe einen Gewinn von mehr als 200.000 Euro gemacht. Erstmals seit 2005 sei der Verlust der Werrataltherme von früher über 700.000 auf unter 400.000 Euro gedrückt worden und die Einwohnerzahl nach über zehn Jahren wieder über 8600 gestiegen.

Während der Veranstaltung wurde, wie gestern kurz berichtet, der von Stadt und VR-Bank gestiftete Bürgerpreis für herausragendes ehrenamtliches Engagement verliehen. In der Kluft der Salzträger überreichten Alexandra Schauer und Uwe Friederich ein Säckchen echt Soodener Salz an Bürgermeister Hix. Für die musikalische Umrahmung sorgten die Band Jazz Affairs.

Die Sternsinger der katholischen Bonifatiusgemeinde sammelten Geldspenden ein für behinderte Kinder in Peru.

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