Bis 80 noch auf dem Tennisplatz: Ilse Jerratsch wird 100

Vor 80 Jahren: Unser Bild zeigt Ilse Jerratsch aus Bad Sooden-Allendorf, die am 10. Oktober ihren 100. Geburtstag feiert, als junge Frau von etwa 20 Jahren. Fotos: Privat

Bad Sooden-Allendorf. Sie fühlt sich wie 70, liebt Musik und möchte gern noch viel erleben: Ilse Jerratsch, geborene Höhle, aus Bad Sooden-Allendorf feiert am heutigen Samstag ihren 100. Geburtstag.

Um so lange glücklich zu leben, braucht man viel positive Energie - und darüber verfügt die Seniorin immer noch zur Genüge.

Geboren wurde Ilse Jerratsch am 10. Oktober 1915 in Dortmund. Nach dem Ersten Weltkrieg hat sie die Franzosen als Feinde im französisch besetzten Ruhrgebiet erlebt. Doch aus Feinden wurden Freunde: Heute hat sie eine hilfsbereite Französin als Schwiegerenkelin.

Sie besuchte das Schillerlyceum in Dortmund und verlebte eine unbeschwerte Jugend. Mit 16 Jahren begann sie Tennis zu spielen. Ein Hobby, das sie mit großer Freude bis zu ihrem 80. Geburtstag in Bad Sooden-Allendorf beibehielt. Mit ihrer ersten Tennispartnerin spielte sie mit Holzschlägern - dort, wo heute das Kurtheater steht.

1938 zog sie frisch verheiratet in die Waldisstraße nach Allendorf, wo sie auch das Ende des Zweiten Weltkrieges erlebte. Die Amerikaner beschossen die Waldisstraße, weil Allendorf sich nicht ergeben wollte. Dabei erlitt Ilse Jerratsch Splitterverletzungen, die heute noch bei einem Metalldetektor Alarm auslösen.

Ilse Jerratsch

Mit optimistischer Lebenseinstellung und Organisationstalent hat sie die Familie und ihre Eltern durch die schlechte Nachkriegszeit gebracht. Nachdem ihr Mann aus der russischen Kriegsgefangenschaft zurück war, begann die Aufbauphase und 1960 zog die Familie in das eigene Haus am Lohbachweg.

Die beiden Kinder Carin und Detlef machten in Bad Sooden-Allendorf Abitur und verließen das Haus, um zu studieren. Für das Ehepaar Jerratsch begann dann eine Zeit des Reisens. Dort, wo Palmen stehen, zog es beide immer besonders hin, zum Beispiel in den Mittelmeerraum bis zur Krim. Nach dem Tode ihres Mannes 1986 setzte Ilse Jerratsch das Reisen mit Kindern und Enkeln fort, so lange dies gut ging.

Bis heute nimmt die Seniorin am Weltgeschehen teil und diskutiert gerne für sie wichtige Themen mit Kindern und Enkeln, an denen sie viel Freude hat, bis hin zu ihren zwei Ur-Enkeln, die alle morgen zum Ehrentag der Mutter und (Ur)oma kommen.

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