1. Startseite
  2. Lokales
  3. Witzenhausen
  4. Bad Sooden-Allendorf

Lange Staus auf B 27 verärgern Autofahrer

Erstellt:

Von: Stefan Forbert

Kommentare

Lange Schlange vor der Baustellenampel: Das Baufahrzeug auf der Gegenspur wird gleich über die doppelte durchgezogene Linie auf den von der Baufirma genutzten Parkplatz gesteuert.
Lange Schlange vor der Baustellenampel: Das Baufahrzeug auf der Gegenspur wird gleich über die doppelte durchgezogene Linie auf den von der Baufirma genutzten Parkplatz gesteuert. Hätte der Fahrer nicht die verbotswidrige (?) Abkürzung genommen, hätte er bei der Fahrt bis zum Wenden am Abzweig Kleinvach die Länge des Staus mitbekommen und vielleicht für Abhilfe sorgen können. © Stefan Forbert

Seit Mai wird die Fahrbahn der Bundesstraße 27 zwischen Bad Sooden-Allendorf und der Eschweger Siedlung Strahlshausen kurz vor dem sogenannten Weidenhäuser Kreuz abschnittsweise saniert. Aufgrund der Ampelregelung, um den Verkehr halbseitig an den Baustellen vorbeizuleiten, kommt es aber immer wieder zu längeren Staus und Wartezeiten – zum Ärger vieler Autofahrer.

Bad Sooden-Allendorf/Strahlshausen – Viele von ihnen fragen sich, ob die Schaltungen immer autofahrerfreundlich sind, so auch jetzt wieder am aktuellen Bauabschnitt zwischen dem südlichen Parkplatz und der alten Ziegelei nördlich des Eschweger Stadtteils Albungen.

Am frühen Mittwochabend stauten sich die Fahrzeuge in Richtung Süden zeitweilig bis zum Abzweig nach Kleinvach, womöglich noch darüber hinaus. Mit einer halben Stunde Wartezeit, bis man nach der vierten oder fünften Grünphase der Ampel die Baustelle passieren konnte, wurden die Nerven der Autofahrer einmal mehr stark strapaziert.

Angeblich sind die Autofahrer selbst schuld daran, lässt Nico Beck von Hessen Mobil, zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Osthessen, durchblicken. Auf Anfrage bezüglich überlanger Staus erklärt er, darauf habe jeder Autofahrer „einen großen Einfluss“. „Nur äußerst selten“ seien technische Mängel die Ursache dafür.

Die Autofahrer sollten „generell immer bis an die Haltelinie vor der Baustellenampel heranfahren, keinesfalls zu früh auf die Gegenfahrbahn wechseln und auch bei Rotphasen stets aufmerksam sein, um die Abstände zwischen den Fahrzeugen nicht zu groß werden zu lassen“, gibt Beck als Hinweis.

Aufgrund der abrupten, mehrere Zentimeter hohen beziehungsweise tiefen Übergänge zwischen alter Fahrbahn und abgefrästen Abschnitten passieren die Autofahrer dieses Hindernis aber bewusst sehr langsam, was hin und wieder zu kurzfristigem Stillstand in der nachfolgenden Fahrzeugschlange führt. Dies wiederum nimmt der Bewegungsmelder der Ampel als Signal, nach wenigen Sekunden wieder auf Rot zu schalten und den gegenläufigen Verkehr freizugeben – in der Folge wird der Rückstau immer länger.

Hessen-Mobil-Sprecher Beck hingegen erklärt, diese Übergange würden „in der Regel sehr überfahrfreundlich hergestellt“. Erst bei starker Verkehrsbelastung könne es mit zunehmender Dauer vorkommen, dass eine Setzung auftritt, die im Nachgang nicht korrigierbar sei.

Sinnvoll, so die Meinung von Autofahrern, die automatische Steuerung der Ampelphasen dem schnell eintretenden Stillstand aufgrund der Stockungen anzupassen, sprich die Bewegungsmelder-Phase zu verlängern. Dazu Nico Beck: Die Dauer der Grünphasen sei „gemäß der signaltechnischen Berechnung an die Länge der Baustelle geknüpft“.

Bewusst ist dem Straßen- und Verkehrsmanagement Hessens, dass etliche ortskundige Autofahrer zum Vermeiden langer Wartezeiten in diesem Fall eine Ausweichroute über die Meißnervorlanddörfer Orferode und Hitzerode nutzen und dies die Anlieger der Durchgangsstraßen belasten. Doch das sei, so Beck, „leider nicht zu beeinflussen“.

Sollten im Baustellenstau wartende Autofahrer den Eindruck haben, dass die Ampelregelung zu ungunsten einer Fahrtrichtung eingestellt ist oder aufgrund zu langen Rückstaus es sogar zu zusätzlichen Verkehrsbehinderungen kommt, können sie auch die Polizei um Unterstützung bittet. Wie Sprecher Alexander Först von der Polizeidirektion Werra-Meißner auf Anfrage erklärte, werde eine Streife dann vor Ort im Einzelfall beurteilen, inwieweit eine Verkehrsregelung durch die Ordnungshüter für notwendig erachtet wird. Dann würde die Polizei die Ampeln zeitweilig an die Seite stellen.

Nur noch „Restarbeiten“ – Ab Mitte nächster Woche keine Ampelregelung mehr

Rechtzeitig vor Ende der Sommerferien in Hessen – voraussichtlich Mitte nächster Woche – wird der Verkehr auf der Bundesstraße 27 zwischen Bad Sooden-Allendorf und Strahlshausen nicht mehr per Ampelschaltung geregelt. Das kündigte Hessen-Mobil-Sprecher Nico Beck (Eschwege) auf Anfrage an. Die Bauarbeiten lägen voll im Zeitplan.

Der Verkehr wird in der Folge nur noch temporär eingeschränkt, da bis zum voraussichtlichen Abschluss der Gesamtmaßnahme Mitte September noch „Restarbeiten“ auszuführen sind.

Die Sanierung des Streckenabschnitts sei erforderlich gewesen, sagt das Straßen- und Verkehrsmanagement, weil die Straße mit Rissen, Spurrinnen und sogar einer verminderten Tragfähigkeit der Fahrbahndecke erhebliche Schäden aufgewiesen habe.  (sff)

Auch interessant

Kommentare