Oberrieden: Jubiläum sollte im Juni stattfinden

Freiwillige Feuerwehr Oberrieden feiert ihr 125-jähriges Bestehen

125 Jahre Feuerwehr Oberrieden: Der Vereinsvorsitzende Timo Eichenberg (links) und Wehrführer Mario Oesterheld stehen mit den Einsatzfahrzeugen vor dem Feuerwehrgerätehaus.
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125 Jahre Feuerwehr Oberrieden: Der Vereinsvorsitzende Timo Eichenberg (links) und Wehrführer Mario Oesterheld stehen mit den Einsatzfahrzeugen vor dem Feuerwehrgerätehaus.

Unsere Einsatzkräfte sind unbezahlbar, so Bad Sooden-Allendorfs Stadtbrandinspektor Andreas Eichenberg zur Freiwilligen Feuerwehr Oberrieden, die ihr 125-jähriges Bestehen begeht.

Oberrieden – Und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Eine Familienwanderung mit anschließendem gemütlichen Beisammensein ist am Sonntag, 19. September, nämlich die einzige Jubiläumsfeier, die im Juni als großes Dorffest mit viel Musik und Feuerwehrwettkämpfen hätte stattfinden sollen. Die Corona-Pandemie machte den Brandschützern allerdings einen Strich durch die Rechnung, sagten Wehrführer Mario Oesterheld und Vereinsvorsitzender Timo Eichenberg.

Im Mai 1896 war die Freiwillige Feuerwehr Oberrieden gegründet worden mit Georg Eichenberg als erstem Wehrführer, der sechs Jahre lang amtierte. Seinerzeit und auch Jahre später existierte noch eine gesetzlich verankerte Pflichtfeuerwehr. Ihr Verhältnis zu den Freiwilligen soll nicht das beste gewesen sein, ist der Chronik weiter zu entnehmen anfangs dienten eine mobile Handdruckspritze mit hölzernen Achsen und einige Ledereimer als Feuerlöschgeräte. Die Löschwasserversorgung wurde durch den Riedbach gelöst. Zu entfernten Dorfteilen mussten Jauchefässer das Löschwasser transportieren.

Heute sieht das natürlich alles ganz anders aus. „Wir sind technisch gut ausgerüstet“, sagt Wehrführer Mario Oesterheld, der sich zudem auf eine – wie er sagt – „junge und motivierte Truppe“ stützen kann.

Der 36-köpfigen Einsatzabteilung gehören unter anderem acht Frauen und elf Atemschutzträger an. Als Nachwuchskräfte auf dem Sprung stehen 20 Jungen und Mädchen in der Kinder- und in der Jugendfeuerwehr. Zusammen mit den Angehörigen der Alters- und Ehrenabteilung sowie den Förderern zählt der Verein knapp 200 Mitglieder und freut sich über jeden, der hinzustößt.

Im Feuerwehrgerätehaus mit Schlauchturm, 1954 erbaut und inzwischen zweimal erweitert, stehen ein modernes Löschgruppenfahrzeug des Typs LF 10 und ein Mannschaftstransportwagen. Gemeinsam bieten sie Platz für 17 Brandschützer.

Den letzten größeren Brandeinsatz hatte Oberriedens Wehr vor gut einem

Jahr, als das Feuer auf einem Recycling-Hof in Witzenhausen wütete. Technische Hilfeleistungen, etwa bei Verkehrsunfällen, gehören aber längst zu den Hauptaufgaben. So fallen in ihren Ausrückbereich auch die stark frequentierte Bundesstraße 27 mit dem 530 Meter langen Schürzebergtunnel und im Abschnitt Oberrieden die Nord-Süd-Achse der Bundesbahn mit einem kleineren Tunnel und einer Brücke. Hinzu kommen größere Waldgebiete in der Umgebung. Gefahrenpotenzial steckt auch in der engen und verschachtelten Bebauung im Ortskern sowie im Riedbach, der durchs Dorf fließt.

Auf der Tagesordnung stehen unter anderem regelmäßige Übungen mit den Feuerwehren aus dem benachbarten Ellershausen und seit 1990 aus Lindewerra.

Zusammen mit den Wehren aus dem Stadtgebiet bilden die Brandschützer aus Oberrieden auch den Katastrophenschutzzug für die Badestadt. (Von Christoph Cortis)

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