Orferode: Gute Aussichten für Tiere und Pflanzen

Der Magerrasen bei Orferode wird mehr geschützt

Dokumentation mit der Kamera: Klaus Kessler ist häufiger in dem Magerrasengebiet oberhalb von Orferode unterwegs, um die Vielfalt von Flora und Fauna zu erfassen.
+
Dokumentation mit der Kamera: Klaus Kessler ist häufiger in dem Magerrasengebiet oberhalb von Orferode unterwegs, um die Vielfalt von Flora und Fauna zu erfassen.

Der Magerrasen am Meißnerblick am nordwestlichen Ortsrand von Orferode bleibt Neuntötern, Schlupfwespen, Frauenschuh und anderen schützenswerten Tieren und Pflanzen vorbehalten.

Orferode – Der dauerhafte Schutz dieses Areals, das 50 Jahre als Bauland ausgewiesen war, wird derzeit von der Stadt Bad Sooden-Allendorf festgeklopft. Es soll aus dem alten Bebauungsplan für den Bereich „Vor den Wetten“ herausgenommen werden.

Das wird im Bauausschuss noch beraten, ist aber unstrittig, nachdem die Stadtverordneten im Februar schon die Absicht bekräftigten, die noch nicht verkauften Flächen zugunsten der Natur nicht mehr zwecks Bebauung verkaufen zu wollen. Das werde auch seitens der Unteren Naturschutzbehörde begrüßt, sei im Naturschutzbeirat einstimmig unterstützt worden und werde ebenso von der Oberen Naturschutzbehörde einvernehmlich mitgetragen, hieß es auch auf Anfrage beim Werra-Meißner-Kreis.

Sogar der Verkauf eines Flächenstücks von gut 300 Quadratmetern, um darauf ein Haus zu errichten, hatte vor wenigen Monaten für Unruhe im Dorf und auch Diskussionen im Stadtparlament gesorgt. Dem Verkauf wurde aber noch mit großer Mehrheit zugestimmt.

Dass nicht nur der Blick von dem über dem Ort gelegenen Gebiet auf den Hohen Meißner und dessen Vorland viele Menschen erfreut, sondern auch die dortige Flora und Fauna besonders erhaltenswert sind, kann der seit Kurzem in Orferode ortsansässige Naturschützer Klaus Kessler gut erläutern. Er ist häufig dort unterwegs, um Flora und Fauna mit dem Fotoapparat zu dokumentieren.

Kessler, der in der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) mitwirkt, weiß vom Besuch des Neuntöters zu berichten. Dieser Vogel sei in Nordhessen selten zu finden. Damit er und andere Vögel in den Magerrasen ausreichend Futter finden, bedarf es genügend Insekten.

Da hat Kessler schon verschiedene Käfer, Heuschrecken und kleine Nachtfalter auf der Wiese entdeckt, ebenso seltene Schlupfwespen. Einen Überblick über die Vielfalt hat er aber noch nicht. „Man müsste mal feststellen, was alles hier vorhanden ist“, sagt er. Eine Besonderheit des Areals ist übrigens nicht sichtbar. Der Magerrasen hat sich laut Kessler nicht, wie im Meißnervorland üblich, auf kalkreichem Boden entwickelt, sondern auf Steinen, Grauwacke genannt. Den Gräsern ist das egal, sie wuchern mittlerweile ebenso, wie sich das Buschwerk weiter ausbreitet.

Weil das letztlich aber vor allem das Orchideen-Vorkommen in dem Gebiet zurückdrängt, wird der Magerrasen künftig wieder landwirtschaftlich gepflegt. Konkret: Es sei eine Schäferei gefunden und beauftragt worden, die die Fläche von ihren Tieren künftig zweimal im Jahr abweiden lassen will, berichtete Stadtbauamtsleiter Helmut Franke.

Ziegen wären Klaus Kessler übrigens lieber, weil denen auch die Büsche schmecken und so Verbuschung und Verwaltung noch besser Einhalt geboten werden kann. (Von Stefan Forbert)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.