Orgel der St.-Crucis-Kirche wird abgebaut

Gemeinsamer Abbau: Die alte Orgel in der St.-Crucis-Kirche in Allendorf wird derzeit von Enzo Piovan und Daniele Michelotto (oben) sowie Manuel Handwerker (links) und Thomas Vidmar in ihre Einzelteile zerlegt und dann abtransportiert. Fotos: Forbert

Bad Sooden-Allendorf. Die Euler-Orgel der St.-Crucis-Kirche wird abgebaut und nach Italien gebracht. Dafür kommt ein Instrument aus England in die Badestadt.

Kisten und Kartons stapeln sich auf der Empore der St.-Crucis-Kirche in Allendorf und im Raum trepprunter, wo künftig die Winterkirche Platz findet. Vielfach ragen in unterschiedlichen Größen silberfarbene Pfeifen heraus. Es sind die Pfeifen der alten Orgel. Seit Dienstag sind vier Mann dabei, das riesige Instrument abzubauen.

Seit 1972 wird die Euler-Orgel nicht mehr genutzt. Nun soll sie nur eine andere, größere Orgel aus dem englischen Cambridge ersetzt werden, weil sich dies im Vergleich zur Reparatur als die günstige Lösung herausgestellt hat (wir berichteten).

Viel Handarbeit: Drei Tage lang wurde die Euler-Orgel, hier durch Daniele Michelotto, Stück für Stück auseinandergenommen.

Die alte Orgel aber bekommt auch eine neue Verwendung. Sie wird voraussichtlich schon in drei Monaten in einer Kirche in der süditalienischen Gemeinde Alvignano nördlich von Neapel wieder erklingen.

Zunächst nach Padua 

Zuvor aber müssen die Tausende von Teile - weitaus mehr als „nur“ die rund 2200 hölzernen und metallenen Pfeifen - mit Fotos und Beschriftungen dokumentiert und verpackt werden, dann in der Orgel-Werkstatt von Michelotto in Padua bei Venedig gereinigt und überarbeitet, repariert und ersetzt und auch ergänzt werden und schließlich zur neuen Orgel aufgebaut werden.

Beim Abbau des Instruments in Bad Sooden-Allendorf packen neben Daniele Michelotto und Enzo Piovan aus Padua auch Thomas Vidmar und Manuel Handwerker von der Firma Instrumente Ladach mit an. Das auf gebrauchte Pfeifenorgeln spezialisierte Wuppertaler Unternehmen hatte das Bad Sooden-Allendorfer Instrument zunächst aufgekauft und dann weiter nach Italien vermittelt.

Nachdem das Innenleben der Orgel von oben nach unten sorgsam auseinandergenommen worden war, kam auch noch das Gehäuse dran. Zum Schluss wurde es eng mit Kisten und Kartons.

Dokumentation: Peter Happel vom Arbeitskreis Orgel fotografiert die einzelnen Schritte der Orgel-Demontage.

Schon heute rollte dann ein großer Transporter aus Polen vor die St.-Crucis-Kirche, der bis zum Abend vollgepackt wurde. Morgen wird dann die außergewöhnliche Fracht zunächst über 1000 Kilometer nach Padua gebracht.

Bis Alvignano, dem künftigen Wirkungsort der Allendorfer Euler-Orgel, sind es von Bad Sooden-Allendorf aus gut 1600 Kilometer. Auf diese Strecke wird sich, denkt Pfarrer Hubertus Spill schon vor, noch in diesem Jahr auch eine Abordnung aus der Badestadt machen. Vor allem der Arbeitskreis Orgel will sich bestimmt davon überzeugen, wie sie am neuen Standort klingt. Und vielleicht, kann Spill sich vorstellen, kommt es ja sogar zu einer Partnerschaft mit der dortigen Kirchengemeinde.

Euler-Orgel: In tausenden Teilen nach Italien

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