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Ortsbeiräte stehen Windkraft-Plänen auf dem Roßkopf kritisch gegenüber

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Von: Stefan Forbert

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Bald nicht mehr überragend? Auf dem höchsten Punkt des Roßkopfs (482 m) steht der 12 Meter hohe Aussichtsturm sowieso nicht, sondern auf der Südwestkuppe (440 m). Aber in seiner Nähe sollen zwei bis zu 250 Meter hohe Windkraftanlagen entstehen.
Bald nicht mehr überragend? Auf dem höchsten Punkt des Roßkopfs (482 m) steht der 12 Meter hohe Aussichtsturm sowieso nicht, sondern auf der Südwestkuppe (440 m). Aber in seiner Nähe sollen zwei bis zu 250 Meter hohe Windkraftanlagen entstehen. © Christoph Cortis

Erste kritische Anmerkungen zu den Plänen, auf dem Roßkopf zwei bis zu 250 Meter hohe Windkraftanlagen zu errichten, wurden schon in der ersten Sitzung der Bad Sooden-Allendorfer Stadtverordnetenversammlung laut, als zunächst nur der Grundsatzbeschluss zur Debatte stand. Weitere Beratungen werden in Ausschüssen des Parlaments folgen.

Bad Sooden-Allendorf – Bedenken waren in der Dezember-Sitzung von zwei Stadtverordneten aus den Stadtteilen Oberrieden und Hilgershausen geäußert worden. Nun legte der Ortsbeirat des kleinen Stadtteils Ahrenberg nach. Ortsvorsteherin Silke Stöber-Meyer beklagte in einem Schreiben an Bürgermeister Frank Hix (CDU), dass die Ortsbeiräte „für jegliche belanglose Angelegenheiten“ kontaktiert würden, jedoch nicht für essenzielle Veränderungen der Infrastruktur. Zugleich „erinnert“ sie in ihrer Mail daran, „dass der Ortsteil Ahrenberg einzig Einnahmen durch den Tourismus erwirtschaftet, von denen die Stadt ebenfalls profitiert“. Eine Windkraftanlage (WKA) werde „somit die Attraktivität des touristischen Standortes signifikant verschlechtern“.

Zudem spricht Stöber-Meyer „erhebliche Umweltaspekte“ an, „die normalerweise einer umfassenden Bauleitplanung“ bedürften. Im Namen des Ortsbeirats Ahrenberg baut sie abschließend eine Drohkulisse auf: Man behalte sich „rechtliche Schritte gegen den Bau der WKA vor“.

„Einigen Gesprächsbedarf“ sehen hingegen die Ortsvorsteher anderer, rund um den Roßkopf gelegenen Stadtteile zunächst einmal. Wobei auch aus Hilgershausen, Kammerbach und Oberrieden ein „mehr als spärlicher“ Informationsfluss seitens der Stadtverwaltung zu diesem Thema beklagt wird. Bürgermeister Frank Hix (CDU) erklärte auf Anfrage dazu, dass die Bürgerbeteiligung erst noch stattfinde und auch die Ortsvorsteher eingeladen würden. Zunächst sei es nur um einen Grundsatzbeschluss gegangen. Schon seit 2012 sei zudem das Bekenntnis der Stadt zur Windkraft auf eigenem Gebiet bekannt, ebenso die dafür ausgewiesenen Vorrangflächen.

Eine klare Meinung hat sich der Ortsbeirat von Kammerbach bereits gebildet. Er ist „strikt gegen eine Errichtung im Waldgebiet Roßkopf“, wie Ortsvorsteher Thomas Lieberum auf Anfrage mitteilte. Windkraftanlagen stehe man grundsätzlich offen gegenüber, allen Mitgliedern sei bewusst, „dass wir eine Energiewende dringend benötigen“. Diese Anlagen sollen aber auf Freiflächen oder an Waldrändern entstehen, wo Schaden durch Abholzung in Grenzen gehalten werden könne. Im Wald hingegen werde der „schon sehr geschädigte“ Baumbestand allein durch die Zufahrtswege und die benötigten Stellflächen neben dem Standort der Anlage zusätzlich dezimiert. Man sei „nicht generell“ gegen Windkraftanlagen, gab Hilgershausens Ortsvorsteher Adolf Knierim die Meinung aus seinem Ortsbeirat wieder. Den Mitgliedern sei wichtig, dass kein Standort mit gesundem Baumbestand gewählt werde, sondern vom Borkenkäferbefall ohnehin bereits geschädigte Flächen im Wald genutzt werden. Knierim sprach von noch vielen Ungereimtheiten, die zu klären seien, beispielsweise wo zu welchem Preis auf Kosten des Waldes breite Zufahrten zur Baustelle entstehen sollen. Der Ortsbeirat von Oberrieden will sich am 2. Februar mit dem Thema befassen. In Ellershausen wird das Projekt laut Ortsvorsteher Lars Stöber nicht thematisiert, da der Stadtteil räumlich nicht davon betroffen sei. (Stefan Forbert)

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