Sonst viel Zivilschrott am Diebesturm in Allendorf

Panzerfaust im alten Löschteich gefunden

Massenhaft Zivilschrott: Im Container sammelten sich, hier gezeigt von Mario Krüger von der Kampfmittelbergungsfirma, viele einst im Löschteich entsorgte Gerätschaften aus Allendorf. Foto: Forbert

Bad Sooden-Allendorf. Eine unbeschädigte Panzerfaust ist bei der Suche nach gefährlichen Überresten aus dem zweiten Weltkrieg im ehemaligen Löschteich am Diebesturm in Allendorf geborgen worden.

Das berichtete am Dienstag Mario Krüger, der Truppführer des dreiköpfigen Teams, das seit zwei Wochen das gut 500 Quadratmeter große Areal gegenüber dem Ludwig-Rehn-Platz an der Waldisstraße mit Spezialgerät durchsucht. Die Raketenpanzerbüchse 54, die im Zweiten Weltkrieg eingesetzt und „Panzerschreck“ genannt wurde, lag in 1,30 Meter Tiefe.

Außerdem stöberten die Experten bei der systematischen Suche 30 bis 40 intakte Patronen, hauptsächlich Munition für Maschinengewehre, auf und stießen auf insgesamt etwa zwei Kilogramm Sprengstoff. Schließlich kamen, was auch unter Kriegsgerät eingeordnet wird und entsprechend täglich zur Entsorgung abgeholt wurde, noch etwa 20 Hieb- und Stichwaffen zu Tage. Die meisten Funde dürften in den letzten Kriegstagen in dem später zugeschütteten Löschteich entsorgt worden sein.

Aber schon vorher war das Gewässer von den Allendorfern offensichtlich genutzt worden, um sich nicht mehr gebrauchter Sachen zu entledigen. In einem Container hatten sich bis zum Dienstagvormittag nach Schätzung von Truppführer Krüger gut 300 Kilogramm Zivilschrott angesammelt. Die Kampfmittelberger waren auf haufenweise Kochtöpfe, Pfannen, eine Feile, Forke, Sense, Schaufel, ein Türschloss und auch Fahrradteile sowie den Auspuff eines alten Motorrades gestoßen.

Die Wege an den Rändern des Areals wurden ebenfalls mit dem magnetischen Metallsuchgerät abgegangen, Funde seien dort nicht gemacht worden, berichtete Mario Krüger. Noch am Dienstag sollte die Untersuchung des Areals abgeschlossen werden, am Mittwoch wird nur noch der Graben durch das Gelände gezogen, durch den dann eine Wasserzuleitung zum geplanten Matschspielplatz unterhalb des Diebesturms gelegt werden soll.

Als ein Bagger vor einem Jahr erstmals für die Zuleitung im Einsatz war, kam gleich nahe der Waldisstraße eine alte Granate ans Tageslicht. Daraufhin wurden die Arbeiten gestoppt und die Stadt gab aus Sicherheitsgründen die knapp 38.000 Euro teure Kampfmittelräumung in Auftrag.

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