Neues Konzept mit Langzeit-Wohnen

Park-Residenz in Bad Sooden-Allendorf eröffnet: Wieder Leben am Kurpark

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Park-Residenz Bad Sooden-Allendorf: Wieder Leben am Kurpark mit vielen Angeboten. 

Ab sofort gibt es in Bad Sooden-Allendorf mit der Park-Residenz ein neues Hotel. Es entstand im alten Kurpark-Hotel - und bietet auch Tagungsräume und ein Restaurant.

Eins musste Diana Brehm zu Beginn ihrer 13. Führung an diesem Tag gleich klarstellen: „Wir sind ein Hotel – kein Seniorenheim!“ Dort, wo in Bad Sooden-Allendorf früher das Kurpark-Hotel von Konsul Ekkehart Eymer untergebracht war, wurde am Freitag mit einem Tag der offenen Tür und einem Empfang für 80 geladene Gäste die neue „Park-Residenz“ eröffnet – im Besitz von Eymer, aber unter der Leitung von Hoteldirektorin Brehm.

Lange war nach dem Weggang der Hotelkette Lindner im Sommer 2017 zwischen Eymer und der Stadt um die Zukunft des Hauses am Kurpark gerungen worden – vor allem, nachdem Pläne von Eymer bekannt geworden waren, in dem Hotel vorwiegend Senioren unterzubringen. Entsprechend groß war das Interesse der Badestädter zu sehen, was aus dem Hotel geworden ist: 350 nahmen am Freitag an einer der kostenlosen Führungen durchs Haus teil.

Will mit gehobenem Ambiente und Angeboten für Menschen im Seniorenalter punkten: Diana Brehm, die neue Hoteldirektorin der Park-Residenz in Bad Sooden-Allendorf, hier fotografiert in einer der Suiten.

Wer durch die gepflegten Räume geht, sieht schnell: Ein Seniorenheim ist es wirklich nicht. Das Hotel mit den 89 Zimmern soll drei Standbeine haben, so Brehm: Das klassische Hotelgeschäft für Touristen, einen Tagungsbetrieb, der auch das Alte Kurhaus und das Kultur- und Kongresszentrum nutzt – sowie Wohnangebote für Senioren. „Egal, ob eine Woche, einen Monat, ein Jahr oder länger“, sagt Brehm. „Aber: Wir wollen nicht nur Langzeitgäste.“ Die Gäste im „dritten Lebensabschnitt“ sollen weiter selbstbestimmt am Alltag teilnehmen. Sie können alle Hotel-Angebote nutzen oder sich für Bausteine entscheiden. „Wer sich selbst Frühstück machen oder putzen will, kann das gerne tun“, sagt Brehm. Die Preise für das Wohnen im Hotel mit Vollpension, Zimmerservice, Telefon und Internet beginnen bei 2700 Euro im Monat für eine Junior-Suite (bis 42 Quadratmeter), Zwei-Raum-Suiten kosten ab 3900 Euro monatlich. Eigene Möbel können nur bei Langzeit-Mietverträgen mitgebracht werden. Brehm geht davon aus, dass vor allem wohlhabende Senioren von außerhalb, die Ruhe auf dem Land suchen, dieses Angebot nutzen werden. Es gebe aber auch Anfragen aus der Region.

Am Mittwoch, 21. November, wird der Restaurantbetrieb wieder aufgenommen. Im „Geh Salzen“ kredenzt Küchenchef Martin Jacob den Gästen auf 65 Plätzen verschiedene Salzsorten zu gehobener deutscher Küche – als Bezug zur Salzstadt Bad Sooden-Allendorf. Sein Ziel sei, mit Lieferanten aus der Region zu kooperieren und saisonale Gerichte anzubieten, sagt Jacob. Es gebe erste Gespräche. Die Bio-Brauerei Schinkel (Witzenhausen) sorgt bereits dafür, dass nicht nur das Salz, sondern auch das Bier zum Essen passt. Auch das öffentliche Frühstücksbrunch-Angebot am Wochenende soll es wieder geben. Ruhetage sind Montag und Dienstag.

Noch hat das Hotel erst neun Mitarbeiter, 14 werden es ab Dezember sein, mehr werden gesucht. Man will wieder das „beste Haus am Platze“ werden, sagt Marketingleiterin Katharina Rode: „Wir wollen vier Sterne.“

Bürgermeister: „Erfolgreiches Hotel wäre gut für Stadt“ 

Bad Sooden-Allendorfs Bürgermeister Frank Hix war einer der 350 Besucher, die sich das Hotel am Freitag ansahen – wir erreichten ihn vorher für ein kurzes Gespräch. Darin äußerte Hix die Hoffnung, dass mit der neuen Direktorin Ruhe in die Debatte um das Hotel am Kurpark einkehrt. „Für die Stadt wäre es sehr gut, wenn dort ein wirtschaftlich erfolgreicher Hotelbetrieb entsteht“, sagte er vor allem mit Blick auf das Tagungsgeschäft. 

Nichtsdestotrotz seien zwischen Stadt und Hotel-Eigentümer Ekkehart Eymer noch nicht alle Fragen geklärt. „Berechtigte ausstehende Forderungen werden wir einklagen“, sagt Hix. Auch der Streitpunkt des fehlenden Grundbucheintrags, der den Hotelbetrieb auf dem Areal festschreiben sollte, sei noch offen. Über die Nutzung der Tiefgarage, die seit Juni kostenfrei und öffentlich zugänglich ist, gebe es noch keine Regelung mit der neuen Hotelleitung, sagt Hix. 

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