Ortsbeirat hat noch Bedenken

Parlament Bad Sooden-Allendorf sagt Ja zur Bach-Renaturierung in Orferode

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Hier sollte es eigentlich plätschern: Unter dem morschen Baumstamm und zugewuchert von Grün, verläuft das Bett des fast ausgetr ockneten Dohlsbachs, der mit hohen Kosten renaturiert werden soll. In Orferode, so sagt Ortsvorsteher Jochen Ullrich (Foto), gibt es aber auch Bedenken gegen die Maßnahme. 

Bad Sooden-Allendorf – Vornehmlich mit ökologischen Themen haben sich Bad Sooden-Allendorfs Stadtverordnete am Freitagabend befasst. Dazu lagen von den Grünen und der FDP verschiedene Anträge vor, die mit einer Ausnahme vom Plenum zwar wohlwollend betrachtet, ansonsten aber zu weiteren Beratungen an die Ausschüsse überwiesen wurden.

Befürwortet wurde hingegen die Renaturierung eines rund 1000 Meter langen Teilstücks des Dohlsbachs im Stadtteil Orferode, wovon sich die Verwaltung laut Bürgermeister Frank Hix positive Auswirkungen auf die Wasserqualität und die Artenvielfalt von Kleinlebewesen verspricht.

Im Zuge des Projekts, für das die Stadt mit 93 000 Euro in Vorleistung geht – das Geld erhält sie vom Land aus dem Programm Integrierter Klimaschutz zurück –, sollen unter anderem Retentionsflächen erhalten beziehungsweise geschaffen, außerdem ein Wasser führender Graben verlegt werden. Für dieses Projekt will der Magistrat aus demselben Fördertopf auch noch Grundstücke ankaufen.

In trockenen Tüchern ist die feuchte Angelegenheit allerdings noch nicht. Nur einen Tag vor der Parlamentssitzung meldete der Ortsbeirat Orferode Bedenken an. Er befürchtet, dass dem Dohlsbachbrunnen buchstäblich das Wasser abgegraben wird. Offen ist auch, ob beim Grundstücksverkauf der oder die Eigentümer mit einem Quadratmeterpreis von 55 Cent zufrieden sind. Es bestehe noch Klärungsbedarf, so Ortsvorsteher Jochen Ullrich.

In einem ihrer beiden ökologisch motivierten Anträge verlangen die Grünen die schrittweise Reduzierung von Pestiziden, so dass ab 2020 auf sämtlichen städtischen Flächen keine dieser Pflanzenschutzmittel mehr eingesetzt werden. Dasselbe solle auch für Flächen gelten, die die Stadt verpachte, oder mit deren Pflege die Stadt Fremdfirmen beauftrage. Von einem Label „pestizidfreie Stadt“ könne Bad Sooden-Allendorf als Kur- und Tourismus-Hochburg nur profitieren, argumentierte Michael Siedler.

Sein Fraktionskollege Martin Herrmann griff eine Idee aus Orferode auf, wonach zwischen diesem Stadtteil und Berkatal-Frankershausen ein ausgeschilderter und asphaltierter Radweg gebaut werden soll. Die Stadt habe diesbezüglich bereits Kontakt mit der Gemeinde Berkatal aufgenommen, lobte er.

Für die FDP verlangte Fraktionschef Dr. Hartmut Dunkelberg ein energetisches Sanierungskonzept zur Einsparung von CO2. Erforderlich sei bei allen städtischen Gebäuden eine Dach- und Fassadendämmung. In das Konzept eingebunden werden müssten Abwasserbehandlung, Trinkwasserversorgung, Außen- und Innenbeleuchtung, raumlufttechnische Anlagen, die Ausweisung von Radwegen und Fahrradabstell-Einrichtungen.

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