Praxispool Unternehmen: Schüler für Betrieb gewinnen

Mitbringsel: Auszubildende Anna-Marie Lange und Praktikant Aaron Frank vom Autohaus Stöber stellten bei „Praxispool Unternehmen“ ihren Autohaus-Rundgang „Wir machen euch die Taschen voll“ für zehn- bis 14-jährige Schüler vor. Foto:  Skupio

Bad Sooden-Allendorf. Wie man Kinder zwischen zehn und 14 Jahren für eine Ausbildung in der Region begeistert, hat das Autohaus Stöber am Dienstagabend gezeigt.

Bei der Auftaktveranstaltung zur Gründung eines „Praxispool Unternehmen“ präsentierten Auszubildende Anna-Marie Lange und Praktikant Aaron Frank mehr als 70 Firmen aus der Region ihren Autohaus-Rundgang „Wir machen euch die Taschen voll“ mit kleinen Geschenken aus den einzelnen Abteilungen.

„Durch die Give-aways bleiben die Infos aufgrund der Symbolkraft besser bei den jungen Menschen haften“, erklärte Anna-Marie Lange. So erhalten die Teilnehmer des Rundgangs beispielsweise vom Teiledienst einen Profiltiefenmesser, von der Buchhaltung einen Taschenrechner und zum Abschluss ein Schlüsselband, „weil wir den Schülern mit einer Ausbildung bei uns neue Türen öffnen möchten“.

Elternabend mit Azubis

Neben dem Autohaus-Rundgang nannten Lange und Frank einen Ausflug in die Autostadt, einen Praxis-Workshop in der Werkstatt sowie einen Elternabend mit Auszubildenden und Praktikanten als weitere Ideen, um bei Kindern bereits früh Interesse für regionale Unternehmen und die dortigen Karrieremöglichkeiten zu wecken.

Das vom Verein für Regionalentwicklung in Kooperation mit dem Landkreis initiierte Projekt „Praxispool Unternehmen“ soll regionale Firmen miteinander vernetzen - insbesondere zugunsten der Nachwuchsgewinnung. „Um potentielle Auszubildende zu erreichen, planen wir Aktionstage in Schulen und Betrieben“, sagte Sabine Wilke vom Verein für Regionalentwicklung zu dem bisher einzigartigen Projekt in Hessen.

„Wir sehen den Arbeitskräftemangel auch: In unserer Fleischerklasse haben wir acht Schüler - und das aus allen drei Lehrjahren“, sagte Ekkehard Götting, stellvertretender Schulleiter der Beruflichen Schulen. Dabei könne er seinen Fleischerschülern einige Betriebe nennen, die bald einen Nachfolger suchen würden. Oftmals falle die Entscheidung für einen Ausbildungsplatz aus irrationalen Gründen. Werde diese aufgrund des heimatnahen Standorts getroffen, könnten die Schüler durch die Aktionstage mehr Möglichkeiten in der Region kennenlernen, „als vielleicht der Vater kennt“.

Wünsche und Kritik

Auf Feedback-Karten äußerten die Unternehmer Wünsche und Kritik. So war die Hoffnung beispielsweise, dass Betriebe und Region durch das Projekt gefördert werden. Kritik wurde gegenüber den rechtlichen Rahmenbedingungen und den Schulen laut, die sich mehr gegenüber den Betrieben öffnen müssten.

Aufgelockert wurde die Veranstaltung durch das Fast-Forward-Theatre aus Marburg, das in seine Szenen häufig von Auszubildenden geäußerte Sätze („Der Bus war weg“, „Kann ich heute mal früher gehen?“) aus dem Publikum einbaute. (gsk)

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.