Zweites Konzert in der Kirche

"Die Prinzen" begeistern 600 Fans in Bad Sooden-Allendorf

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Wiedersehen und Wiederhören mit den Prinzen: Jens Sembdner (vorn, von links) , Tobias Künzel, Sebastian Krumbiegel und Henri Schmidt begeisterten zusammen mit Mathias Dietrich (im Hintergrund, am Bass), Wolfgang Lenk (halb verdeckt am Flügel) und Ali Ziemer (nicht im Bild) 600 Fans in der St.-Crucis-Kirche.

Kurz vorm Ausflippen stand das Publikum am Mittwochabend bei einem umjubelten Konzert der Leipziger Kultband „Die Prinzen“, die nicht zufällig zu den beliebtesten deutschen Formationen gehört.

Über Kopf schwenkende Arme, rhythmisches Klatschen im Stakkato, Pfiffe der Begeisterung, Bravo-Rufe und am Ende Ovationen im Stehen, die kein Ende nehmen wollten: In der mit 600 Zuhörern gefüllten St.-Crucis-Kirche in Bad Sooden-Allendorf war es nach 2017 der zweite Auftritt der „musikalischen Royals“, welche die Huldigungen der Besucher mit dem frenetisch gefeierten Versprechen auf ein Wiedersehen an gleicher Stelle quittierten.

Es war das 14. Konzert des Ensembles auf seiner diesjährigen Kirchentour, die es als neue Form der Präsentation ihrer Künste vor sechs Jahren erfunden und sie schon quer durch die Republik geführt hat. Die Kirchen seien ihr eigentlicher Background, verriet der Tenor und Pianist Sebastian Krumbiegel, der in seiner Jugend ebenso dem Leipziger Thomanerchor angehörte wie Tobias Künzel (Bariton), Wolfgang Lenk (Tenor, Gitarre, Klavier), und Henri Schmidt (Bariton), während Jens Sembdner (Bass) einst im nicht minder berühmten Dresdner Kreuzchor gesungen hat. Komplettiert wird das Septett durch Mathias Dietrich (Bass-Gitarre) und Ali Ziemer am Schlagzeug. Neben bekannten Klassikern wie „Ich wär’ so gerne Millionär“ und „Das ist alles nur geklaut“ gaben die Prinzen musikalisch auch Geschichten zum Besten, wie sie jeden Tag und überall vorkommen. Sie sangen von Sehnsucht, Liebe, dem Verlassenwerden („Was sind die schönsten Lieder wert, wenn man sie alleine hört?“) und prangerten Skrupellosigkeit an, etwa mit ihrem bekannten Titel „Du musst ein Schwein sein“.

Wenige Tage vor den Europawahlen zeigten sie auch klare Kante gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Nationalismus und griffen in ihren Liedern – ganz aktuell – auch die Sorgen der Jugend auf, die in ihren Freitagsdemonstrationen von der Politik einen sofortigen und entschlossenen Einsatz gegen den Klimawandel fordern.

Zwischendurch wagten die Prinzen im ständig wechselnden bunten Licht der Scheinwerfer auch ballettartige Tanzschritte, streuten humorvoll Scherze ein und kamen zu der von allen Zuhörern geteilten Erkenntnis: „Musik ist die schönste Erfindung auf der Welt.“

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