Projekt von Lehramtsstudenten: Kinder erwerben die Lizenz zum Werkeln

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Praktisches Lernen: Die Badestädter Grundschüler mit ihren Werkzeugführerscheinen vor ihren Booten, die in der Schule ausgestellt werden. Mit dabei Lehrerin Jutta Gonnermann (von links), Student Franz Garbe, Studentin Aline Huppertz und Lehrerin Christiane Lukoschus.

Bad Sooden-Allendorf. Sägen, bohren, hämmern - 19 Drittklässler der Grundschule Am Brunnen vor dem Tore in Bad Sooden-Allendorf, machten jetzt ihren Werkzeugführerschein.

Die beiden Lehramtsstudenten Franz Garbe und Aline Huppertz von der Universität Kassel übten eine Woche lang jeden Tag mit den Schülern den Umgang mit verschiedenen Werkzeugen. Es handelt sich bei dieser Aktion um ein Kooperationsprojekt zwischen der Universität Kassel, dem Verein Mint im Werra-Meißner-Kreis und der Badestädter Grundschule. Ziel von Mint ist, schon in der frühkindlichen Erziehung und in der Schule die Begeisterung bei Kindern und Jugendlichen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (Mint) zu wecken. Mit diesem Projekt soll die technische Perspektive im Sachunterricht gefördert werden.

Franz Garbe und Aline Huppertz konzipierten im Rahmen ihrer Examensarbeit den Werkzeugführerschein selbst und überlegten sich eine Aufgabe für die Schüler. Die Kinder lernten während der Unterrichtseinheit etliche Werkzeuge kennen und erprobten deren Funktionsweisen. Dann baute jeder mit Unterstützung der beiden angehenden Lehrkräfte ein Segelboot aus Holz.

„Zwar ist die technische Elementarbildung im Lehrplan fest im Sachunterricht verankert, wird aber im Schulalltag oft vernachlässigt“, findet Franz Garbe. Dies läge vor allem daran, dass an vielen Schulen ein Fachkräftemangel herrsche. Außerdem, ergänzt Aline Huppertz, fehlten oft die für den Unterricht notwendigen Werkräume und Werkzeuge.

Die Badestädter Grundschule ist in diesem Bereich gut ausgestattet. Und die beiden Lehrerinnen der Klasse 3a, Christiane Lukoschus und Jutta Gonnermann, haben im Unterricht bereits gute Vorarbeit geleistet. Alle Kinder kannten verschiedene Werkzeuge und hatten vor dem Projekt schon einmal eines in der Hand. Viele haben zu Hause mit Eltern oder älteren Geschwistern bereits damit gearbeitet.

Die beiden Studenten nutzten das Projekt gleich, um Untersuchungen anzustellen. Sie wollten herausfinden, ob die Kinder ihre Fähigkeiten realistisch einschätzen können, ob es Unterschiede im Arbeitsverhalten in Jungen- und Mädchengruppen gibt und wie der Zuwachs an Können und Wissen in den einzelnen Gruppen aussah.

Am Montag präsentierten die Kinder ihre fertigen Werkstücke, erhielten ihre Werkzeugführerscheine und durften den beiden Lehramtsstudenten sagen, wie ihnen die vergangene Woche gefallen hat. Ergebnis: Allen Kindern hat die Woche und vor allem der Bau des Bootes großen Spaß gemacht und sie waren sich darin einig, dass aus Franz Garbe und Aline Huppertz einmal tolle Lehrer werden.

Von Wiebke Huck

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