Narren feierten Karneval

Riesenstimmung bei Schallplatten-Party in Bad Sooden-Allendorf

Hatten und machten mehr als nur gute Laune: Gerfried Hopf (von links), Alexandra Kobusch, Sigi und Matthias Vogeley sowie Gitta Böttner. Foto:  Cortis

Bad Sooden-Allendorf. Keine Büttenrede, keine Tanzmariechen, kein Humba Tätärä und doch eine Stimmung wie in den Metropolen des rheinischen Frohsinns.

Bei der karnevalistischen Schallplatten-Party im städtischen Seniorentreffpunkt ließ es die ältere Generation zwei Tage vor Rosenmontag so richtig krachen.

Und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Bei dem Ohrwurm „Schützenliesel - dreimal hat’s gekracht“ hämmerten die munteren Leutchen im Rhythmus der Musik alles auf den Tisch, was stabil genug erschien, um keinen Schaden zu nehmen: Flaschen, Gläser und die eigenen Fäuste.

Im rappelvollen und mit bunten Girlanden und Luftschlangen geschmückten Saal fehlte nicht viel an hundert Besuchern. Die erlebten eine Premiere, weil dort erstmals Schallplatten aus den 40er-, 50er- und 60er-Jahren aufgelegt wurden. Statt CD oder Computer echte Handarbeit für Diskjockey Matthias Vogeley, der mit seiner Frau Sigi über ein schier unerschöpfliches Repertoire von 800 Tonträgern aus Vinyl verfügt. Die zugkräftigsten hatten beide mitgebracht. Und die sind noch tadellos in Schuss: kein Kratzen, kein Aussetzer und ein toller Sound.

Zu hören waren so alte Gassenhauer wie „Rote Rosen, rote Lippen, roter Wein“, „Zwei kleine Italiener“ oder „Ich will ’nen Cowboy als Mann“. Der unvergessene Peter Alexander verwandelte den Raum in „Die kleine Kneipe in unserer Straße“ und Willy Schneider stöhnte sehnsuchtsvoll mit weicher Stimme „Man müsste noch mal 20 sein“, erntete aus dem Publikum aber prompt augenzwinkernden Widerspruch: „Lieber nicht. Dann müsste ich ja noch 40 Jahre arbeiten“, flachste der 67-jährige Klaus-Dieter.

Zu den schönen Melodien - „Das war noch Musik“, entfuhr es einer älteren Lady - wurde aus Leibeskräften mitgesungen, und die Tanzfläche war fast ständig reich bevölkert, selbst von einem tapferen Senior, der am Revers einen gelben Button mit drei schwarzen Punkten trug. Der gute Mann mit Sehschwäche ist Stammgast im Seniorentreffpunkt und mit der Umgebung bestens vertraut.

Wie der DJ war auch die Leiterin des Seniorentreffpunktes, Alexandra Kobusch, stilecht im Outfit längst vergangener Zeiten erschienen. Das kniefreie Kleid im Pepita-Muster hatte sie eigens für diesen beschwingten Nachmittag erstanden und ihre blonde Haarpracht zu einer Frisur gemacht, wie man sie noch von Trümmerfrauen kennt.

Weil Essen und Trinken Leib und Seele zusammenhalten, gab’s nach einer Kaffeetafel noch Käsespieße, Soleier, Pumpernickel und Ananas-Bowle, serviert von vielen fleißigen Helferinnen.

Fazit: Eine durch und durch gelungene Veranstaltung, die Organisatorin Alexandra Kobusch schon an eine Wiederholung im größeren Rahmen des benachbarten Hochzeitshauses denken lässt.

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