Maximilian und Louis Grunewald sind die Allendörfer Erntekranzträger

+
Sie liefern Nachschub zum Girlandenwickeln: die Brüder Maximilian und Louis Grunewald (rechts), die in diesem Jahr Erntekranzträger in Bad Sooden-Allendorf sind.

Bad Sooden-Allendorf. Sie sind die „Cover-Boys" der offiziellen Hochglanzbroschüre zum Erntefest 2016, und - ähnlich wie bei Politikern oder Pop-Stars - prangen ihre Konterfeis sogar auf dem Auto.

Maximilian und Louis Grunewald sind in diesem Jahr die Erntekranzträger. Mit diesen höchsten Weihen für einen bekennenden Fan des Bad Sooden-Allendörfer Erntedank- und Heimatfestes haben sie zugleich ihren Ritterschlag erhalten und gehören nach dem am Freitag beginnenden Fest der Feste dem erlauchten Kreis der ehemaligen Erntekranzträger an.

Maximilian und Louis, als Sprösslinge der bekannten Bäcker-Dynastie Grunewald mit Werra-Wasser getauft, setzen nicht nur die 158 Jahre alte Tradition des Erntefestes fort, sondern ebenso eine Familientradition.

Die 21 und 19 Jahre alten Brüder sind zu jung, um aus eigenem Erleben ihren Vater oder Großvater in der Rolle zu kennen, die sie jetzt selbst spielen. Opa Karl hatte sogar das Privileg und die Ehre, Erntekranzträger zu sein, als das Fest genau 100 Jahre alt wurde. Das war vor 58 Jahren.

Und Vater Georg war 1982 einer von immer zwei Auserkorenen. Da wundert es nicht, dass Oma Christa einst gern in die Rolle einer der Ehrendamen schlüpfte, die im Festzug immer ein besonderer Hingucker sind.

So ohne Weiteres kann man in Allendorf zu Erntefest-Ehren nicht kommen. Da muss man sich schon bemerkbar machen. In diesem Fall heißt das: sich bewerben, allerdings ohne den ganzen formalen Kram, wie im richtigen Leben üblich. Welche Kriterien dann letzten Endes den Ausschlag geben, falls es mehrere Kandidaten gibt, soll Geheimnis des Erntefestausschusses bleiben. Der bestimmt nämlich jedes Jahr aufs Neue die Träger zunächst einmal der Erntekrone. Und wer sich in dieser Aufgabe bewährt, wird im darauf folgenden Jahr automatisch Erntekranzträger.

Dass immer zwei Mann anpacken müssen, hat seinen guten Grund. Was nämlich da zu tragen ist, hat locker ein Gewicht von 40 Kilogramm und mehr. Deshalb wechseln sich die Träger ab, wenn sich der sonntägliche Festzug mit Krone und Kranz bis zu zwei Stunden durch die Straßen der Allendorfer Altstadt bewegt.

Im schwarzen Anzug, mit Schlips und Kragen und einem Zylinder auf dem Kopf kann man da leicht ins Schwitzen kommen, wissen Louis und sein älterer Bruder. Der 21-Jährige ist Zimmermann und hat als Geselle mitunter auch schweißtreibende Arbeit zu verrichten.

Ebenfalls seine Lehre erfolgreich abgeschlossen hat Louis. Der Hotelfachmann freut sich nach den „tollen Tagen“ in Allendorf auf eine neue und spannende Herausforderung. Erstmals geht es Anfang September aufs Wasser. Mit dem Aida-Kreuzfahrtschiff legt er ab in Richtung Kanarische Inseln. Für vier Monate hat der 19-Jährige angeheuert, ehe er zurück an der Werra kommt.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.