Verzögerung wegen Witterung - Ostflügel mittlerweile wieder in Betrieb 

Sanierung des Gradierwerks in Bad Sooden-Allendorf dauert länger

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Durchgang wieder frei: Wo vor zwei Wochen noch weitere Schwarzdorn-Reisigbündel angeliefert wurden (Foto), kann man seit wenigen Tagen wieder durchgehen.

Bad Sooden-Allendorf. Rechtzeitig zur 800-Jahr-Feier der Stadt Ende Mai sollte das Gradierwerk in Sooden – gründlich saniert – in Betrieb gehen. Doch erst seit Mitte dieser Woche rieselt wieder das salzige Wasser über die Dornenwand, allerdings nur im Ostflügel. Zudem ist die Durchfahrt zwischen Werratal-Therme und Hindenburgplatz wieder frei.

Der kleinere Gradierwerks-Teil zur Bahnlinie hin ist auf der Nordseite ausschließlich von Gästen der Werratal-Therme nutzbar. Die Südseite des Bauwerks entlang des Solgrabens aber kann von allen Menschen, die gern oder gesundheitlich bedingt salzhaltige Luft atmen möchten, ab sofort wieder begangen werden.

Doch im größeren Westflügel klaffen weiter große freie Flächen in der imposanten Holzkonstruktion: Die Spezialfirma muss die ausgeräumten Segmente noch mit frischen Schwarzdorn-Bündeln stopfen.

Nun wird, wie Bürgermeister Frank Hix (CDU) auf Anfrage mitteilte, bis Ende August dieses Jahres mit dem Abschluss der Sanierungsarbeiten gerechnet. Als Grund für die somit dreimonatige Verzögerung nennt er ein „sehr kaltes und nasses Frühjahr“. Noch Mitte Februar waren er und der Architekt zuversichtlich, dass das Gradierwerk spätestens Ende Mai wieder laufen kann.

Bei der vorherigen Sanierung 2001 sei es nicht gelungen, die Solewannen, in denen das Wasser aufgefangen wird, dicht herzustellen. Diesmal sollen die Ritzen der Wannen mit einem bituminösen Dichtstoff verschlossen werden. Doch dieses Material habe man wegen der nassen und kalten Witterung „erst sehr spät“ verarbeiten können, wodurch sich auch das Füllen der Holzkonstruktion mit dem Schwarzdorn verzögert habe.

Mit seinen vier Mitarbeitern wolle der Chef des Unternehmens – es soll das einzige verfügbare für Gradierwerk-Sanierung in Deutschland sein – nach Aussage von Hix die Sanierung bis Ende August abschließen.

Bedenken von Beobachtern, dass das angelieferte Reisig gar nicht ausreichen könnte, zerstreut der Unternehmer laut Hix: Zwar werde bedingt durch das Eintrocknen der Dornen nun mehr Material benötigt. Die Firma sehe sich aber in der Lage, dies auch aktuell zu beschaffen. Problem ist, dass Schwarzdorn nun geschnitten und verwendet werden kann, wenn er laubfrei ist. In der Regel wird Schwarzdorn-Reisig aus Polen geholt.

Zu Mehrkosten soll es durch die Bauverzögerung aber nicht kommen, erklärte der Bürgermeister: Die maximal von der Stadt zur Verfügung gestellten 1,7 Millionen Euro reichten aus.

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