Kommunalwahl in der Region

Reportage: Pannen und schleppender Start im Wahllokal in Bad Sooden-Allendorf

Erste Wählerin: Unter den Augen von Wahlhelfer Sven Hromada wirft Daggi Meininger ihre Stimmzettel in die Urne.
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Erste Wählerin: Unter den Augen von Wahlhelfer Sven Hromada wirft Daggi Meininger in Bad Sooden-Allendorf ihre Stimmzettel in die Urne.

Mit Hochspannung wird in Bad Sooden-Allendorf das Ergebnis der Bürgermeisterwahl erwartet. Unser Reporter hat sich am Wahltag in den Wahllokalen der Stadt umgeschaut.

Bad Sooden-Allendorf – „Da fängt das Chaos schon an“, stöhnte Reinhard Steinfeld. Er gehörte am Sonntag in der Rhenanus-Schule zu den Wahlhelfern im Allendorfer Wahlbezirk 001. Dessen Wahlvorsteher Theo Thielemann wollte sich kurz nach Öffnung des Wahllokals die Stimmzettel aushändigen lassen. Daraus wurde aber nichts. Der 76-Jährige nämlich war in der Liste Steinfelds als Briefwähler geführt.

Für Thielemann war das ein Rätsel. Wie seine Frau habe er per Post habe zwar die Briefwahlunterlagen erhalten, aber zugleich entsorgt, da er ohnehin am Sonntag im Wahllokal sein müsse – wie bei vielen anderen Wahlen, bei denen er in den vergangenen mehr als 20 Jahren ehrenamtlich engagiert war.

Wahlvorsteher Theo Thielemann vom Wahlbezirk 001 in Bad Sooden-Allendorf.

Das Kreuz mit dem Kreuzchen fand ein gutes Ende, als nach knapp drei Stunden Gemeindewahlleiter Rainer Langefeld die Ampel von Rot auf Grün stellte. Thielemann hatte zuvor an Eides statt versichert, noch nicht gewählt und die postalischen Unterlagen vernichtet zu haben. Der Weg zur Urne war frei. Warum der Rentner als Briefwähler eingestuft worden war, blieb bis zum Schluss offen. Wahrscheinlichste Lösung: als solcher wurde er abgehakt, als er sich Anfang der Woche in seiner Eigenschaft als Wahlvorsteher die Unterlagen für „seinen“ Wahlbezirk im Hochzeitshaus abholen wollte, wo auch das Briefwahlbüro eingerichtet war.

In diesem Wahlbezirk Allendorf-Süd waren von den stadtweit insgesamt rund 6600 Wahlberechtigten 850 Frauen und Männer zur Wahl desr Rathausspitze, des Stadtparlaments und des Kreistages aufgerufen. 387 von ihnen (45,53 Prozent) machten von der Briefwahl Gebrauch, um unnötigen Kontakt zumeiden. Nur einer von 79 Wahlberechtigten mit ausländischem Pass, die erstmals über die Zusammensetzung des Ausländerbeirates zu befinden hatten, hatte ebenfalls die Briefwahl bevorzugt.

Schleppender Start beim Urnengang

Der Urnengang selbst begann am Sonntag recht schleppend: Nach einer Stunde hatten erst sieben der jetzt noch 463 Stimmberechtigten die Wahlkabine aufgesucht. Sieht man von Susanne Seifert als Beisitzerin im Wahlvorstand ab, war die 56-jährige Daggi Meininger die erste Frau, die das Wahllokal betrat.

Nach fünf Stunden hatten 86 Wahlberechtigte ihre Stimme abgegeben, bei Schließung des Wahllokals waren es 156, so dass in diesem Wahlbezirk die Wahlbeteiligung unterm Strich bei knapp 63,9 Prozent gelegen hat.

Fast vollständig waren die neun Wahlhelfer schon eine halbe Stunde vor Öffnung des Wahllokals angetreten, um vorbereitende Arbeiten zu erledigen, wie das Anbringen von Wegweisern. Sie teilten sich ihre Aufgaben in zwei Schichten. Maskenpflicht war geboten, allerdings wäre auch Maskenverweigerern die Stimmabgabe nicht verwehrt gewesen. Alle Wahlhelfer hatten sich vor Ort einem Corona-Test unterzogen, der in jedem Fall ein negatives Ergebnis hatte. (Chris Cortis)

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