Anwesen konnte zuletzt mangels Rechtssicherheit nicht genutzt werden

Schloss Rothestein bei Bad Sooden-Allendorf ist verkauft

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Endlich verkauft: Auf Schloss Rothestein oberhalb von Bad Sooden-Allendorf fand in diesem Jahr nichts mehr statt, nachdem der bisherige Pächter keine vertragliche Sicherheit mehr hatte, um das Café und die Restaurationsräume weiter zu bewirtschaften.

Das über dem Werratal bei Bad Sooden-Allendorf thronende Schloss Rothestein bekommt einen neuen Eigentümer.

Er habe es Mitte Oktober „nach jahrelangen sehr schwierigen Bemühungen“ verkaufen können, gab der Insolvenzverwalter, der Kölner Rechtsanwalt Dr. Norbert Heimann, auf Anfrage bekannt.

Inzwischen hätte auch die Gläubigerversammlung im Nachlass-Insolvenzverfahren über das Vermögen des verstorbenen Theodor Becker dem Verkauf zugestimmt.

Der Architekt und Diplom-Ingenieur Becker aus Bergisch Gladbach hatte das markante Anwesen 1994 erworben. Als er 2010 starb, war das Schloss dem Vernehmen nach mit Millionen-Bürgschaften belastet.

Für 1,95 Millionen Euro war das Objekt mit 30 Zimmern, einer Wohnfläche von 1000 Quadratmetern und einem Grundstück von 12,4 Hektar zuletzt von einem Makler angeboten worden – bis es ab 22. Juli als „nicht verfügbar“ ausgezeichnet war.

Wie viel für das Schloss bezahlt worden ist, verriet Insolvenzverwalter Heimann auch auf Nachfrage nicht. Lediglich den Namen der neuen Eigentümerin gab er bekannt: die Schloss Rothestein GbR. Diese Gesellschaft ist noch nicht lange gegründet, nähere Informationen sind im Handelsregister bislang nicht zu finden.

Was die Käuferin mit dem Schloss plane, vermöchte Heimann nicht zu sagen. Sie wolle aber in den nächsten Tagen oder Wochen über ihre Vorstellungen informieren.

Hotelier und Wirt Christian Pelikan (Hotel Werratal/Ratskeller) hatte in den vergangenen Jahren über den Sommer ein Ausflugs-Café in und vor den ehemaligen Stallungen angeboten, zudem Hochzeiten und andere große Privatfeiern, aber auch Events zu Silvester und Halloween im Schloss ausgerichtet. Das Stadtmarketing hatte mehrere Open-Air-Konzerte im Schlosshof veranstaltet, zuletzt mit der Eagles-Tribute-Band „Igels“. Und die Stadt hatte ein Trauzimmer im Schloss eingerichtet.

Doch Pelikans Vertrag war über Ende 2017 hinaus nicht verlängert worden. Aber ohne eine rechtliche Absicherung könne er nicht, obwohl es notwendig wäre, in die Anlage investieren, bedauerte Pelikan im Frühjahr. So steht das Schloss seither leer.

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