Schutz für Blüte und Biene

Diskussion um Pflanzenschutzmittel bei Rapsanbau

Experte für Rapsanbau: Stephan Brand, Pflanzenschutzbeauftragter vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen, beriet Landwirte und Imker bei einer Begehung von Rapsfeldern bei Bad Sooden-Allendorf. Foto: Künemund

Bad Sooden-Allendorf. Sollte man Raps mit Pflanzenschutzmittel spritzen? Darüber gehen die Meinungen von Imkern und Landwirten oft auseinander.

„Die Probleme zwischen den beiden Berufsgruppen resultieren daraus, dass Landwirte den Raps spritzen müssen, wenn er von Insekten oder Pilzen befallen ist. Sonst geht er kaputt. Das wiederum verkürzt die Lebensdauer von Bienen, die das Mittel zu sich nehmen und sorgt für unerwünschte Spuren der Insektizide oder Fungizide im Honig“, erklärte Gerhard Müller-Lang vom Fachbereich Landwirtschaft des Werra-Meißner-Kreises.

Um künftig Konflikte zu vermeiden, wurde bei der Veranstaltung „Landwirte und Imker im Dialog“ auf den Rapsfeldern von Bauer Helmut Scharff zwischen Bad Sooden-Allendorf und Wahlhausen nach Lösungen gesucht. Diese wurde zum zweiten Mal vom Landkreis organisiert.

Stephan Brand, Pflanzenschutzberater vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen, hielt einen Fachvortrag. Er wies auf die gegenseitige Abhängigkeit von Landwirten und Imkern hin. „30 Prozent des Honigs stammen aus dem Nektar vom Raps. Dem gegenüber erhöht die Bestäubung durch die Bienen den Ernteertrag um 30 Prozent.“

Brand stellte ein neues Spritzverfahren vor, bei dem die Rapsblüte nicht berührt wird und somit auch die Bienen nicht damit in Kontakt kommen würden. Er veranschaulichte es den 40 Teilnehmern bei einer Rapsfeldbegehung. Brand gab zu bedenken, dass eine Absprache schon viel bewegen könne. „Dann weiß der Imker, welches Feld gerade nicht bespritzt ist und kann dort seine Bienen hinschicken.“ Es sei auch denkbar, dass ein Landwirt seine Felder etappenweise bespritze oder abends, wenn die Bienen zurück im Stock seien.

Die Imker wurden durch den stellvertretenden Vorsitzenden des Landesverbandes Hessischer Imker, Lothar Wehner, den Vorsitzenden der Kreisimker, Dieter Böttner, und den Vorsitzenden des Imkervereins Bad Sooden-Allendorf, Bernd Michael Neumann, vertreten. Im Anschluss wurde auch die Arbeit der Imker vorgestellt. „Landwirte und Imker sollten bei dieser Veranstaltung ins Gespräch kommen und die Probleme und Denkweisen der Gegenseite verstehen“, sagte Gerhard Müller-Lang.

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