Schweigeminute als Hörspiel

Leisteten für die zweite Hörspielsaison monatelange Arbeit: Pfarrer Hubertus Spill (von links), Erika Heinitz, Sigi Gundlach und Jörg Tiedemann. Es fehlt Brigitte Brandt. Foto: Cortis

Die Hörspielkirche St. Crucis in Bad Sooden-Allendorf startet in die zweite Saison

Bad Sooden-Allendorf. Eine Schweigeminute als Hörspiel? Klingt völlig idiotisch. Ist es aber nicht. „Schweigeminute“ heißt nämlich der Titel einer Novelle von Siegfried Lenz und ist nur ein Programmpunkt in der zweiten Saison, welche die Hörspielkirche St. Crucis am Samstag, 9. Juli, eröffnet.

In der Novelle geht es am Beispiel der Liebe eines Schülers zu seiner Lehrerin um das Erwachsenwerden und Erwachsensein, um unbeschreibliches Glück und tiefe Trauer.

Pfarrer Hubertus Spill, auf dessen Initiative die bundesweit erst dritte Hörspielkirche vor einem Jahr in Allendorf ins Leben gerufen wurde, stellte soeben mit seiner Projektgruppe, bestehend aus Erika Heinitz, Jörg Tiedemann, Sigi Gundlach und Brigitte Brandt, das komplette Programm vor, das rechtzeitig vor dem 158. Erntedank- und Heimatfest am 14. August endet.

In der deshalb von sechs auf fünf Wochen reduzierten Saison wird es in der Taufkapelle des Gotteshauses 82 Veranstaltungen geben, im wesentlichen Hörspiele für Kinder und Erwachsene, ferner verschiedene Konzerte großer Meister, alles zu hören über eine Super-Soundanlage. Live-Veranstaltungen gibt es zur Saisoneröffnung am 9. und 10. Juli sowie zum Abschluss am 14. August.

Dazwischen wird jede einzelne Veranstaltung von einem - wenn man so will - kirchlichen Event-Manager begleitet. Der kümmert sich um die Technik, das ganze Drum und Dran und begrüßt jeden Besucher persönlich. Bei der Vergabe der Termine, war zu hören, soll es zwischen den 14 bis 70 Jahre alten freiwilligen Helfern ein regelrechtes Gezerre um die begehrtesten Veranstaltungen gegeben haben. Hilfe angeboten hat auch das Team des Kirch- und Bibelgartens, das für die Dekoration sowie Speis und Trank sorgt.

Für den „kleinen kirchlichen Kultursommer“ (Pfarrer Spill) war monatelange Vorarbeit nötig. Bis das Programm in trockenen Tüchern und damit druckreif war, mussten die Mitglieder der Projektgruppe unzählige Telefonate führen, um von Verlagen, Rundfunkanstalten oder Autoren die Freigabe der Titel zu erhalten.

Denen dankt die Kirchengemeinde ebenso wie den vielen ehrenamtlichen Helferinnen, Helfern und Sponsoren, die das Projekt erst ermöglicht hätten.

Die erste Hörspielkirche in Deutschland trat übrigens vor zehn Jahren erstmals an die Öffentlichkeit, und zwar im Städtchen Federow in Mecklenburg-Vorpommern.

Seit nunmehr vier Jahren existiert die Hörspielkirche in Sipplingen am Bodensee. St. Crucis liegt als Nummer drei im Herzen Deutschlands und hat deshalb im Internet die Adresse www.hoerspielkirche-mitte.de (zcc)

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