Seit 100 Jahren in Familienhand

Zimmerei Gundlach aus Kammerbach hat heute Jubiläum

Verkörpern den Teamgeist der Zimmerei Gundlach: Sohn Jakob (von links), Geselle Julian Hildebrand, Tochter Paulina, Geselle Andrei Legler sowie Diana und Hans-Peter Gundlach.
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Verkörpern den Teamgeist der Zimmerei Gundlach: Sohn Jakob (von links), Geselle Julian Hildebrand, Tochter Paulina, Geselle Andrei Legler sowie Diana und Hans-Peter Gundlach.

Die Zimmerei Gundlach aus Kammerbach feiert 100 Jahre Bestehen.

Kammerbach – Kompetenz, Verlässlichkeit und qualitativ hochwertige Arbeit. Das sind die Komponenten, aus denen Vertrauen erwächst. Unabdingbar sind das auch die Bausteine jener Philosophie, die in der vierten Generation die Zimmerei Johannes Gundlach verinnerlicht hat. Das Familienunternehmen im Bad Sooden-Allendorfer Stadtteil Kammerbach begeht auf den Tag genau heute sein 100-jähriges Bestehen.

Chef des Unternehmens, das bis heute den Namen seines Gründers trägt, ist Hans-Peter Gundlach (50). Urgroßvater Johannes stammt aus Hundelshausen, wurde Zimmerer und ging auf Wanderschaft, wovon er gute Ideen für den Betrieb mitbrachte. Den gründete er am 27. November 1920 gegenüber dem Familiensitz, einem großzügigen Fachwerkhaus, das er zwölf Jahre zuvor nur unweit des heutigen Standortes der Firma erbaut hatte. Die liegt zum kleineren Teil auch auf dem Gebiet des Nachbardorfes Hilgershausen.

Der Urgroßvater, dessen Arbeit sich auf Zimmern und Sägen beschränkte, hatte nicht nur handwerkliche Qualitäten. Ein Dutzend Nachkommen aus zwei Ehen, die alle unter einem Dach lebten, konnten davon berichten. Noch heute ist das Gebäude der Sitz der Familie.

Bis ins hohe Alter arbeitete Johannes Gundlach und ging zuletzt seinem Enkelsohn Erwin zur Hand, ehe er im Jahr 1956 auf dem Weg zur Arbeit mit dem Motorrad tödlich verunglückte.

Im selben Jahr übernahm Erwin Gundlach, Vater des aktuellen Chefs, den Betrieb. Ein Jahr später verlagerte den Sitz des Unternehmens an den heutigen Standort. Noch heute erleichtert in der 600 Quadratmeter großen Halle ein großer Maschinenpark die Arbeit erleichtert, die in den Anfängen zum Teil auch mit Muskelkraft erledigt werden musste.

Zwischenzeitlich hatte in nur gut hundert Metern Entfernung eine angekaufte Halle als Sitz der Firma gedient, die nach ihrer Gründung zunächst aus einem Rundholzplatz gegenüber dem Wohngebäude bestanden hatte. Im Jahr 1976 erfolgte neben der Werkhalle der Bau eines Sozialgebäudes, in dem neben Frühstücksraum und Toiletten auch ein kleines Büro und Garagen untergebracht sind.

Hans-Peter Gundlach als aktueller Firmenchef hatte nie einen Gedanken daran verschwendet, einen anderen Beruf als den des Zimmerers zu erlernen. Mit 19 Jahren wurde er Geselle, legte 1995 die Meisterprüfung ab und übernahm ein Jahr später den Betrieb, in dem er von zwei Gesellen unterstützt wird. Andrei Legler (60) und Julian Hildebrand (28) gehören als langjährige Mitarbeiter quasi zum Inventar. Und Ehefrau Diana erledigt sämtliche Büroarbeiten. „Ohne sie“, sagt der 50-Jährige, „geht nichts.“

Längst beschränkt sich der Betrieb nicht nur auf Sägen und Zimmern. Dacheindeckungen und Klempnerarbeiten gehören ebenso dazu wie Fassadenverkleidungen mit Biberschwanz oder Schiefer. Außerdem ist Hans-Peter Gundlach Restaurator im Fachwerkbau.

Seine Kundschaft bezieht er schwerpunktmäßig aus dem gesamten Werra-Meißner-Kreis, aber auch aus dem Raum Kassel und Göttingen. Dazu gehört auch Ingo Bringmann aus Werleshausen. Für die Familie des 40-Jährigen hat Hans-Peter Gundlach ein Fachwerkhaus gebaut - vielleicht sogar die Krönung seiner Schöpfung.

Aus 80 Festmetern Eichenholz aus dem Reinhardswald hat Gundlach rund 50 Kubikmeter Kantholz gemacht und einen Bau mit Turm und Erker hochgezogen. Die Lobeshymne des Bauherrn bleibt nicht aus: „Für mich kommt kein anderer Fachmann in Frage.“ (zcc)

Sie ist so alt wie die Firma: Hans-Peter Gundlach bedient eine Langholzkreissäge, die sein Urgroßvater zusammengebastelt hat.

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