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Sie gehen auf im Erntefest von Bad Sooden-Allendorf

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Von: Christoph Cortis

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Die ehemaligen Ehrendamen bei ihrer ersten Teilnahme am Festumzug durch Bad Sooden-Allendorf.
Erstes Erntefest nach der Vereinsgründung: die ehemaligen Ehrendamen beim Festumzug durch Bad Sooden-Allendorf. © Repro: Chris Cortis

Wenn sie, wie gerade erst, zum Erntedank- und Heimatfest Kranz und Krone auf dem Weg durch die prächtig geschmückte Altstadt begleiten, dann jubeln ihnen am Straßenrand Hunderte von Menschen zu. Jetzt haben sie selbst allen Grund zum Jubeln: Am kommenden Mittwoch können die ehemaligen Ehrendamen auf ein 20-jähriges Bestehen ihres Vereins zurückblicken.

Bad Sooden-Allendorf – Vor zwei Jahrzehnten waren Sara Franke und Isabella Sok noch Teenager und tieftraurig, als sie nach erfüllter Mission Abschied nehmen mussten von Triolett, Polonaise – und ganz besonders auch von ihren Mitstreiterinnen. Der Initiative beider junger Frauen ist es zu verdanken, dass am 2. November 2002 im damals noch existenten Bistro Kunterbunt an der Ackerstraße der Verein der ehemaligen Ehrendamen aus der Taufe gehoben wurde.

Dankbar in Erinnerung hat das auch Helga Heins, die von Anfang an dabei und seit 2010 sogar Vorsitzende gewesen ist, ehe sie in diesem August als Stellvertreterin ins zweite Glied trat und den Staffelstab weitergab an Evelyn Burhenne.

Die Ehrendamen, denen fast nichts heiliger ist, gehen auf im Erntefest, das sie über zwölf Monate im Jahr in unterschiedlicher Form begleitet. Dazu zählt Helga Heins die wöchentlichen Treffen zum gemeinsamen Frühstück in einem Café am Marktplatz. Monatlich und im Wechsel halten die Damen Einkehr, um die Gastronomie in Sooden und Allendorf zu unterstützen. In unregelmäßigen Abständen finden darüber hinaus Theaterbesuche und Planwagenfahrten statt.

Rasant steigt die Fieberkurve an zwei Wochen vor dem Fest der Feste. Dann geht es, unterstützt von maskuliner Tatkraft, ans Schmücken des Festwagens für den großen Umzug durch die Stadt, jedes Mal unter einem anderen Aspekt. Diesmal aufgespießt wurden die anhaltenden parteipolitischen Querelen in der Stadt mit dem mahnenden Spruch „Jeder kehre vor seiner eigenen Tür“.

Zu den Aufgaben, die den Ehrendamen besonders am Herzen liegen, zählt Heins das Ausschmücken der St.-Crucis-Kirche. Dazu gehöre bei Bedarf die Erneuerung der Erntekrone über dem Altar. Jedes Mal würden dann auch die Kirchenbänke mit Ährensträußchen und Bändern in den Stadtfarben Blau und Rot verziert. Die Teilnahme am Festgottesdienst, ergänzte sie, sei für die Ehrendamen in denselben Farben Pflicht. Ein weiterer Höhepunkt im Jahreskalender sei die gemeinsame Weihnachtsfeier, diesmal wegen des geräumigen Platzes in der Gaststätte „Zur Krone“ im Witzenhäuser Stadtteil Wendershausen.

Motiviert für ihr Engagement sehen sich die Ehrendamen in der Entschlossenheit, die Tradition des Erntefestes hochzuhalten, das immerhin bis in das Jahr 1858 zurückgeht.

Aber auch sozial sind die Frauen engagiert, indem sie jeden Donnerstag in der Küche des städtischen Seniorentreffpunktes und bei der Essensausgabe an Menschen behilflich sind, die finanziell nicht unbedingt auf Rosen gebettet sind. Aktuell gehören der Vereinigung der ehemaligen Ehrendamen rund 30 Frauen im Alter von 18 bis 80 Jahren an. Groß gefeiert wird das 20-Jährige am Freitag, 11. November, ab 19 Uhr im Saal des Hotels Martina in Sooden. (zcc)

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