Bad Sooden-Allendorf: Bürgermeister-Kandidaten streiten beim HNA-Lesertreff

Bad Sooden-Allendorf. Bissiges Duell: Beim Lesertreff zur Bürgermeisterwahl in Bad Sooden-Allendorf traten Amtsinhaber Frank Hix (CDU) und Herausforderer Jens Richter (SPD) zur Debatte an. Die Kontrahenten stellten sich den Fragen der Moderatoren Friederike Steensen und Stefan Forbert. Immer wieder löcherte das Publikum die Kandidaten.

Dabei wurden die Kontrahenten teils bissig. SPD-Kandidat Richter betonte, die Stadt solle nicht „totgespart“ werden. Als Bürgermeister wolle er versuchen, der Stadt ein starkes Marketing-Image zu verpassen, um Gewerbetreibende in die Stadt zu locken. Amtsinhaber Hix konterte: „Schauen Sie doch ab und zu mal in die Hessenschau. Die Leute kennen Bad Sooden-Allendorf“.

Die Themen Tourismus, Pferdesteuer und Sparmöglichkeiten im Haushalt brannten dem Publikum besonders unter den Nägeln. Wir fassen die Positionen der Kandidaten zusammen.

Den Liveticker zum Nachlesen gibt es hier.

Pferdesteuer: Was halten die Bürgermeister-Kandidaten von der umstrittenen Pferdesteuer? SPD-Kandidat Richter sprach von einer „Bagatell-steuer“, mit der man keinen Haushalt sanieren könne. Das sehe auch der Hessische Steuerzahlerbund so, sagte er. Mit einer genauen Kosten-Nutzen-Analyse müsse der Sinn dieser Steuer auf den Prüfstand gestellt werden. Bürgermeister Hix sagte, auch er sei gegen die Einführung neuer Steuern. Allerdings sei er von der Entscheidung des Parlaments abhängig. Die umstrittene Pferdesteuer betreffe derzeit rund 150 Tiere, sagte er. Der Verwaltungsgerichtshof Kassel prüft zur Zeit, ob die Steuer rechtens ist.

Haushalt-Sanierung: Diplom-Ökonom Richter möchte die Stadtverwaltung verschlanken und „Doppelstrukturen“ beseitigen. „In Helsa und Kaufungen funktioniert das schon“, sagte Richter, etwa im EDV-Bereich. Aber: „Wir dürfen Bad Sooden-Allendorf nicht totsparen! Wir müssen attraktiv bleiben für Gewerbetreibende.“ Amtsinhaber Hix entgegnete, genau deswegen dürfe die Gewerbesteuer nicht angehoben werden, solange dies nicht absolut nötig sei. „Ich will die Steuer unten halten - nicht wie die SPD-Fraktion“, stichelte er gegen den Herausforderer. Der derzeit bestehende Plan, den Haushalt im Jahr 2020 zu konsolidieren, sei schaffbar, sagte Hix. Auf die Publikumsfrage, ob die eingeplanten Gewinne aus einem künftigen Windpark derzeit realistisch seien, antwortete Hix: „Derzeit wissen wir nicht, wie es weitergeht. Doch wir wollen unbedingt Windvorrangflächen bekommen.“

HNA-Lesertreff in Bad Sooden-Allendorf

 © HNA/ Schröter
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Parkgebühren: Auf Publikums-Kritik an den seit Juli bestehenden Parkgebühren in Bad Sooden-Allendorf sagte Amtsinhaber Frank Hix: „Die Verkündung tat weh“. Doch wirtschaftlich sei die Einführung sinnvoll, „sie bringt wirklich Geld“. Zur Schuldenbekämpfung müsse jeder sein Scherflein beitragen, so Hix. SPD-Kandidat Richter sagte, er sei irritiert, dass selbst am Sonntag auf Parkplätzen in der Stadt gezahlt werden müsse. „Das hält die Leute ab, hierher zukommen.“

Kurort: Richter bemängelte, dass der Kur-Sektor derzeit nicht stark genug von der Stadt vermarktet werde. „Wir können hier mehr Kliniken ansiedeln, vor allem im Bereich der neueren Krankheiten: Depression und Burn-Out.“ Das gelte auch für den Tourismusbereich. Hix konterter, die Werratal-Therme sei das Flagschiff der Stadt und sie habe zuletzt ihr bestes Betriebsergebnis erreicht.

Die Wahl ist am 28. September.

Von Jan Schumann 

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