Bad Sooden-Allendorferin kümmert sich um Schwäne am Bruchteich

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Noch fehlt eine Rückzugsmöglichkeit: Sieglinde Peters wünscht sich eine Insel in der Mitte des kleinen Bruchteichs für eine Schwanenfamilie, die sie seit vier Wochen beaufsichtigt.

Bad Sooden-Allendorf. Eine kleine Schwanenfamilie auf dem Bruchteich in Bad Sooden-Allendorf ist der Grund, aus dem Sieglinde Peters seit einem Monat täglich am Teich verharrt.

Denn als sie die vier Vögel zum ersten Mal entdeckte, waren sie schwach und verängstigt. „Ich muss in einem früheren Leben eine Gänsemagd gewesen sein“, sagt Sieglinde Peters aus Bad Sooden-Allendorf und lacht. Eine Schwanenfamilie erkennt ihre dunkle Stimme und nähert sich der Halbinsel am hinteren Bruchteich, auf der Peters steht. Das bereite der Tierliebhaberin gemischte Gefühle, wie sie sagt. Einerseits freue sie sich, wenn die zwei Elterntiere und zwei Jungen sie erkennen und auf sie zuschwimmen. Andererseits zeige das, dass die Vögel zu zahm sind.

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Als Schutz für die kleine Schwanenfamilie soll eine künstliche Insel für die Vögel her, findet Peters. Gründe dafür gibt es viele: „Ich habe die Familie vor etwa vier Wochen beim Spazierengehen entdeckt und einen Schock bekommen“, erzählt die 59-Jährige. Die zwei Jungtiere waren viel zu klein für ihr Alter, gerade einmal so groß „wie eine kleine Ente“. Und als sich der Ganter ihr zum ersten Mal näherte, entdeckte sie, dass sein Gefieder gerupft aussah. „Er streckte die Flügel aus und da sah ich, dass seine Flugfedern fehlten“, sagt Sieglinde Peters.

Mehr noch: Die übrigen Federreste wirkten sauber abgeschnitten, beschreibt es Peters. Weil sie sich Sorgen machte, kam sie am nächsten Tag wieder. Seitdem geht Peters jeden Tag für einige Stunden zu dem kleinen Bruchteich und beobachtet die Schwäne. „Sie sind zu zutraulich“, sagt sie. Das locke zwar viele Spaziergänger gezielt zu den Tieren, könnte ihnen aber zum Verhängnis werden, weiß Peters.

Ihr seien schon viele wilde Gerüchte zu Ohren gekommen: Darin sei die Rede von Waschbären oder Füchsen, die nachts in dem Nest der Schwäne wilderten, von Raubvögeln, die nach den Jungen schnappten, oder gar von Hunden, die von ihren Haltern gezielt zum „Schwänejagen“ ins Wasser geschickt würden. Auch von Menschen, die die Schwäne zum Beispiel durch das Stutzen ihrer Flügel am Wegfliegen hindern, um sie zu mästen und später zu essen.

„Ich habe so was in der Art noch nicht erlebt“, sagt Peters, „aber wenn hier beispielsweise ein Hund ohne Leine herumläuft, dann spreche ich schon mal die Besitzer an.“ Rund um den Teich geben Schilder zudem die Anleinpflicht von Hunden vor.

Was als Ort der Ruhe für die 59-Jährige begann, die aus gesundheitlichen Gründen nach Bad Sooden-Allendorf zog, entwickelt sich immer mehr zu einer Belastung. Stundenlang und bei jedem Wetter sitzt sie auf der Bank am Bruchteich. Die Sommerhitze habe ihr besonders zugesetzt. Aber seit sie die Schwäne beaufsichtigt, sind sie laut Peters deutlich kräftiger geworden. Für die Wintermonate könne eine künstliche Insel auf der Mitte des Teichs das unsichere Nest am Ufer ersetzen. Realisierbar wäre dies durch eine Spendenaktion, sagt Peters. Vorerst bleibe dies aber nur eine Idee.

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