Parlament gibt keine Finanzhilfen mehr frei

Sportinternat Bad Sooden-Allendorf steht endgültig vor dem Aus

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Kofferpacken im Sportinternat: Der 16-jährige Lysander aus Saarbrücken wollte eigentlich in Bad Sooden-Allendorf Abitur machen. Nach monatelangem Gezerre ist dieser Traum jetzt endgültig geplatzt.

Bad Sooden-Allendorf. In gleich mehreren Abstimmungen besiegelte am Freitagabend das Stadtparlament von Bad Sooden-Allendorfmit deutlicher Mehrheit das Schicksal des Sportinternats, das nach mehr als vierzig Jahren nur noch Geschichte ist.

Nach einer leidenschaftlichen Debatte musste Bürgermeister Frank Hix (CDU) eingestehen: „Aus und vorbei.“

Vor wenigen, überwiegend jungen Zuhörern lehnten es die Stadtverordneten ab, das an die Rhenanus-Schule angegeliederte Internat mit einem weiteren städtischen Zuschuss am Leben zu erhalten. Das Internat hatte einst jährlich 250 000 Euro Schulden gemacht, dank großer Sparbemühungen liegt der Verlust derzeit bei unter 50 000 Euro.

Das Parlament schmetterte auch einen letzten Rettungsversuch des Bürgermeisters ab, der überraschend einen Änderungsantrag aus dem Ärmel gezogen hatte. Danach sollten sich die Abgeordneten bereit erklären, für die letzten sechs Monate des Jahres dem Internat mit 25 000 Euro über die Runden zu helfen, um das Gebäude mit Wirkung zum 1. Januar 2018 zum symbolischen Preis von 1 Euro zu vermieten, damit es der Mieter „in voller finanzieller Verantwortung“ samt aller Betriebskosten in Eigenregie weiterführen könne. Per Fax hatte Hix – nach eigenen Angaben selbst überrascht – dieses Angebot einen Tag zuvor von Internatsleiter Ralf Gedeck erhalten. Die Stadt wäre damit frei von jedem Risiko und weiterer finanzieller Belastung.

Unterstützung erhielt Hix nur aus der in dieser Frage allerdings gespaltenen CDU-Fraktion. Die große Mehrheit des Parlaments fühlte sich dagegen überrumpelt und empfand es als Unding, einen Antrag mit so weitreichenden Konsequenzen auf den Tisch zu legen, ohne dass der Finanzausschuss, geschweige denn die Stadtverordneten zuvor Gelegenheit gehabt hätten, sich intensiv damit auseinanderzusetzen. 

Bürgermeister Frank Hix verwies auf einen nach seiner Ansicht großen Imageschaden für die Stadt, den Verlust eines „zweiten Zuhause“ der Internatler und auf die Gefahr für sechs Arbeitsplätze, wenn das Sportinternat geschlossen werde. Schülergruppen aus China hätten sich angesagt, um womöglich Internat und Schule zu einer interkulturellen Institution zu machen. 

Als Hauptredner der Gegner warf Martin Herrmann (Grüne) Hix Konzeptionslosigkeit vor. Jetzt entscheide sich, ob die Stadt an einer „Lebenslüge“ festhalte oder zur Reformen bereit sei, und ob die Bürger immer weiter zur Kasse gebeten würden. „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.“ 

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