St.-Marien-Kirche: Durch die Fenster zieht’s nicht mehr

Alle Fenster sind restauriert: Die bunten, vielteiligen Fenster scheinen mehr Licht denn je ins Innere der Marienkirche dringen zu lassen, hier stellvertretend für viele Mitstreiter gezeigt von Michaela Wachsmuth. Foto: Forbert

Bad Sooden-Allendorf. Ende April war es soweit: das letzte restaurierte Fenster wurde in die St.-Marien-Kirche in Sooden eingebaut. Damit ist es dem Förderverein St. Marien gelungen, sein erstes großes Projekt zu stemmen.

Mit Ausnahme eines jüngeren Fensters im Chorraum waren alle elf Kirchenfenster schon seit Längerem restaurierungsbedürftig. Sie stammen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Ältere Soodener erinnern sich, dass zum Ende des Zweiten Weltkrieges die Kirchenfenster zerstört wurden. Nur die oberen reich verzierten Teile blieben damals verschont.

Vermutlich, so sagt die in Kirchenvorstand und Förderverein engagierte Michaela Wachsmuth, wurden die Fenster in der Folge nur einfach hergerichtet.

Mittlerweile waren die Bleieinfassungen, mit denen die bunten Glasteile einzeln umrahmt und zusammengesetzt sind, sowie einige Quereisen der Haltekonstruktionen brüchig geworden und abgerostet, so dass sie die schweren Scheiben nicht mehr stützen konnten. Der Druck des Eigengewichts führte zu einem Absenken der Fenster, wodurch viele der Glasteilchen heraussprangen.

Befürchtet wurde ein Totalverlust der Fenster. Und bei kaltem Wetter und Wind wurde es zunehmend zugig im Gotteshaus.

Mitte 2008 gründeten Soodener Bürger auf Initiative des damaligen Pfarrers Alfred Hocke den Förderkreis, um das Geld dafür - am Ende wurden 150 000 Euro erforderlich - zusammenzubekommen. Mit vielen Aktionen und Veranstaltungen sammelte er.

Freiwilliges Kirchgeld und Kollekten, Gewinne aus acht Adventsmärkten mehrten den Topf ebenso wie eine Zuwendung aus einer Erbschaft und großzügige Einzelspenden von Gemeindegliedern. Insgesamt wurden, bilanziert die Förderkreisvorsitzende Gisela Wand, 50 000 Euro gesammelt.

Nachdem sich auch der Kirchenkreis Witzenhausen beteiligte und die Summe verdoppelte, wurde im Herbst 2013 mit den Arbeiten begonnen.

Die Firma Glasmalerei Krause, ein auf Restaurierung alter Kirchenfenster spezialisierter Handwerksbetrieb, nahm die Fenster jeweils einzeln aus den Wölbungen heraus, brachte sie in die Werkstatt nach Weimar, um sie dort einzeln zu zerlegen. Das Glas wurde neu gefasst, fehlende Scheiben wurden neu gemalt und so integriert, dass sie das vorhandene Bild harmonisch ergänzen.

Nun sollen die Fenster die nächsten 100 Jahre halten.

St.-Marien-Kirche: Historische Fenster sind restauriert

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