Rothestein ist seit eineinhalb Jahren ungenutzt

Stadt Bad Sooden-Allendorf ist besorgt wegen Verfall des Schlosses

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Rothestein weiterhin geschlossen: Schon 100 Meter vor dem Schloss versperrt ein doppelt gesichertes zweiflügeliges Eisentor die Zufahrt.

Seit Anfang 2018 steht das Schloss Rothestein oberhalb von Bad Sooden-Allendorf leer und wird nicht mehr genutzt. Jüngst hat Bürgermeister Frank Hix (CDU) deshalb einen Brief nach Köln geschrieben, um dem dortigen Nachlassgericht „unseren Unmut zum Sachstand“ des Schlosses mitzuteilen.

„Es fällt uns schwer, mit ansehen zu müssen, wie das Schloss nach und nach verwahrlost und verfällt“, drückt Hix in dem Schreiben auch die Sorge vieler Badestädter um dieses Wahrzeichen im Werratal aus, das mit seinem Café in der Remise zudem einige Jahre lang beliebtes Ausflugsziel und mit dem Hauptgebäude Ort pompöserer Feiern war. Auch das dort eingerichtete Standesamt sei „super angenommen“ worden und fehle jetzt, ergänzt Hix im Gespräch.

Den Brief ans Nachlassgericht schrieb der Bürgermeister bereits Ende Mai, erst in dieser Woche machte er ihn öffentlich. Eine Antwort aus Köln hat er noch nicht.

Der Insolvenzverwalter des Schlosses, Dr. Norbert Heimann (Köln), hat eine vom Insolvenzgericht erbetene Stellungnahme aber bereits abgegeben. Das teilte er der HNA auf Anfrage mit. Die Befugnis, daraus zu zitieren, habe er nicht, erklärte Heimann. Auch zum aktuellen Stand der Dinge nahm er keine Stellung.

Trotz des Abschlusses eines Kaufvertrages, über den der Insolvenzverwalter Anfang November die Öffentlichkeit informierte, sei es „nicht zu einer Eigentumsübertragung“ gekommen, bedauert Rathauschef Hix jetzt in seinem Brief. Mehr wisse er aber auch nicht, sagte er auf Anfrage. Gerüchten zufolge, und davon gibt es in der Stadt mittlerweile einige, ist der Kauf inzwischen geplatzt, weil der nicht näher bezeichnete Investor nicht zahlen konnte – und das soll bei ihm nicht zum ersten Mal vorgekommen sein.

Tatsache ist, dass am 8. November 2018 beim Grundbuchamt in Eschwege zugunsten einer „Schloss Rothestein GbR“ mit Sitz in Köln eine Auflassungsvormerkung für das Schloss und auch angrenzende Ländereien eingetragen wurde. Eine solche Vormerkung dient dazu zu verhindern, dass der Verkäufer das Grundstück ein weiteres Mal verkaufen kann. Das ist die aktuellste Eintragung zu dem Grundstück.

Wer sich hinter der Schloss Rothestein GbR verbirgt, ist nicht bekannt. Der Insolvenzverwalter hatte Anfang November auf Nachfrage nur von der Absicht der Käuferin gesprochen, die Öffentlichkeit in den nächsten Tagen oder Wochen über ihre Pläne mit dem Schloss informieren zu wollen. Darauf wartet Bad Sooden-Allendorf bis heute.

Derweil werde das Schloss dem Verfall preisgegeben, bedauert der Bürgermeister in seinem Brief, in dem er „mindestens einen Einbruch“ erwähnt: „Man kann dem rasanten Wertverlust zusehen.“

Dem Insolvenzverwalter sei sowohl von der Gastronomen-Familie Pelikan, die sich bis Ende 2017 um die Bewirtschaftung gekümmert hatte, als auch der Stadt angeboten worden, das Schloss weiter zu nutzen. Darauf sei er leider nicht eingegangen, schreibt Hix. Abschließend fragt er das Nachlassgericht Köln, welche Möglichkeiten es sehe, das Schloss wieder als Attraktion im touristischen Zusammenhang nutzen zu können.

Eine Antwort darauf dürfe nicht erwartet werden und auch keine inhaltlichen Aussagen zu dem Insolvenzverfahren, kündigte Pressesprecherin Gabriele Bos vom Amtsgericht Köln auf HNA-Anfrage bereits an.

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