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Stadtgeschichte Bad Sooden-Allendorfs befindet sich über der Tiefgarage

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Von: Christoph Cortis

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Bad Sooden-Allendorfs Stadtarchivarin Dr. Antje Laumann-Kleineberg an ihrem neuen Arbeitsplatz mit alten Dokumenten und einen Computerbildschirm.
Freut sich über ihren neuen Arbeitsplatz: Bad Sooden-Allendorfs Stadtarchivarin Dr. Antje Laumann-Kleineberg. © Chris Cortis

Mit reichlich einem Jahr Verspätung ist das Stadtarchiv von Bad Sooden-Allendorf umgezogen.

Bad Sooden-Allendorf – Es ist jetzt ebenerdig über der Tiefgarage in Sooden in großzügigen Räumlichkeiten untergebracht, die erst vom Schlecker-Markt und zuletzt von einer Shisha-Bar genutzt worden waren. Dort herrscht nach Angaben von Stadtarchivarin Dr. Antje Laumann-Kleineberg, die diesen Job seit zwölf Jahren ehrenamtlich ausübt, ein ideales Raumklima, um die historischen Bücher vor dem Zerfall zu schützen.

Immer wieder verzögerte sich der Umzug, bis die Stadt als Partner ein Kasseler Umzugsunternehmen einschaltete, das sämtliche Archivalien nach Sooden transportierte. „Die Männer haben eine tolle Arbeit geleistet“, so die Archivarin. Sie selbst aber auch. 700 der 900 Umzugskartons hat sie eigenhändig gefaltet. Ausgelegt auf eine Tragkraft von 40 Kilogramm, wurden sie aber nur befüllt mit Dokumenten nicht schwerer als die Hälfte. Auf Anraten der Archivaufsicht in Darmstadt wurden die losen Archivblätter in weiteren 500 säure- und holzfreien Spezialkartons verstaut.

Tatkräftige Unterstützung bei all diesen zeitaufwendigen Arbeiten erhielt Laumann-Kleineberg von Mitgliedern des Jugendrates und Stadtrat Wolfgang Frühauf. Die ebenfalls um Hilfe ersuchten Stadtverordneten hätten sich allesamt vornehm zurückgehalten, merkte die Stadtarchivarin kritisch an.

Im Vergleich zu anderen kleinen Städten, so Bürgermeister Frank Hix, verfüge das Archiv in Bad Sooden-Allendorf über einen sehr großen Bestand an alten Dokumenten.

Mit Pfännerrechnungen und Besitzübertragungen reichten sie zurück bis in das Jahr 1637, ergänzt Laumann-Kleineberg, die sich als Dr. der Philologie mit Urkunden- und Schriftwesen befasst hat. Froh ist sie, dass ihr neues Büro mit hochwertigem, technischem Material ausgestattet ist. Ständig erhalte sie nicht nur aus dem Inland Anfragen von Menschen, die überwiegend auf der Suche nach ihren Vorfahren sind. Wer – aus welchen Gründen auch immer – einen Blick in die Vergangenheit werfen möchte, kann mit der Archivarin telefonisch (0 56 52/68 11) einen Termin vereinbaren oder per E-Mail unter Stadtarchiv@bad-sooden-allendorf.de

Offen ist unterdessen noch, was mit den jetzt verwaisten und zunächst zu sanierenden Räumen im Rathofgebäude geschieht, in dem im Ersten Stock auch das städtische Bauamt untergebracht ist. Dessen Leiter Helmut Franke schließt nicht aus, dass sie für Wohnzwecke genutzt werden könnten.

In diesem Fall wäre nach seinen Vorstellungen aber der Einbau eines Fahrstuhls erforderlich, wovon auch Besucher und Beschäftigte der Bauverwaltung profitieren würden.  (zcc)

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