Schönheitskur für 25 Millionen Euro

Stadtumbauprogramm in Bad Sooden-Allendorf ermöglicht mehr Wohnraum und Radwegekonzept

Die Fronten einer Reihe Fachwerkhäuser in Bad Sooden-Allendorf
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Steht auf der Agenda des Stadtumbauprogramms: die Sanierung der städtischen Wohnhäuser an der Kurhausstraße in Sooden.

Mit Investitionen in Höhe von 25 Millionen Euro soll die Stadt Bad Sooden-Allendorf attraktiver gestaltet und fit gemacht werden für die Zukunft.

Bad Sooden-Allendorf – In der Sitzung des Finanzausschusses am Mittwoch im Hochzeitshaus stellte Martin Ruppert vom gleichnamigen Planungs-Büro in Edertal (Waldeck-Frankenberg) das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) vor, auch als „Stadtumbauprogramm Lebendige Zentren“ bekannt.

Ausgelegt ist es auf einen Zeitraum von 15 Jahren, berechnet zunächst aber nur auf zwölf Jahre. Die Stadt, erläuterte Ruppert, könne für 50 investive oder konzeptionelle Projekte mit variierenden Zuschüssen bis zu 74 Prozent rechnen. Sie müsse aber auch einen Eigenanteil von bis zu 30 Prozent einbringen.

Bis Mitte Februar müsse das Entwicklungskonzept bei der Landesregierung vorgelegt sein, die bis zum Herbst prüfen werde, welche Maßnahmen gefördert werden und welche nicht, so Ruppert. Jede bewilligte Einzelmaßnahme müsse im Haushaltsplan des entsprechenden Jahres abgebildet sein. Das letzte Wort habe dann immer das Stadtparlament. Ob, und gegebenenfalls in welcher Höhe, auch private Projekte gefördert werden, ist noch unklar. Das Fördergebiet mit weit gefassten Zentren in Sooden und Allendorf ist laut Ruppert „immens groß“ und umfasst mehr als 70 Hektar. Zum Vergleich: In Bad Wildungen sind es nur 15 Hektar. Kommen alle beantragten Maßnahmen zum Zuge, kann die Stadt Zuschüsse in Höhe von 21,765 Millionen Euro erwarten.

Fünf Felder hat Ruppert aufgelistet, in die investiert werden soll:

.  Stadtbild und Freiräume,

.  Wohnen/Wohnumfeld,

.  Lokale Wirtschaft, Einzelhandel, Dienstleistungen und Tourismus,

.  Verkehr, Mobilität und Infrastruktur sowie

.  Soziale Infrastruktur, Freizeit und Kultur.

So sollen etwa Stadteingänge aufgewertet, Kirchstraße und Marktplatz verschönert, Stadtgrün optimiert, Barrierefreiheit hergestellt oder Schwanenteich und Kurpark umgestaltet werden.

Vorgesehen ist, mehr Wohnraum zu schaffen und die städtischen Wohnhäuser in der Kurhausstraße zu sanieren. Größte Einzelmaßnahme in diesem Segment ist die mit zwei Millionen Euro veranschlagte Reaktivierung des Sportinternats, in das unter dem Dach von „Werraland Lebenswelten“ junge Leute mit und ohne Handicap einziehen sollen, um die benachbarte Rhenanus-Schule zu besuchen und Sport zu treiben. Für das Projekt, ehrenamtlich initiiert und durchgeboxt vom Förderkreis Sportinternat, sind bereits 1,8 Millionen Euro Fördergeld bewilligt worden. Zur Stärkung der lokalen Wirtschaft sollen unter anderem leer stehende Gebäude für Start-ups umgestaltet und der Wohnmobilstellplatz Franzrasen aufgewertet werden. Geplant sind ferner ein Verkehrs- und Radwegekonzept, die Neuordnung und Umgestaltung der Stellplatzflächen, die Koordination mit dem ÖPNV und Schritte für einen sicheren Schulweg.

Unter das Stichwort soziale Infrastruktur fallen zum Beispiel die Sanierung von Salzamt, Pfennigstube und altem Kurhaus, ein Kanulager und ein Indoorspielplatz. (Chris Cortis)

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