Leiterin: „Es ist einfach nicht zu schaffen - so gerne wir auch wollen."

Schwere Zeit: Seniorentreff soll 16.000 Euro selbst erwirtschaften

Setzen sich mit viel Kreativität für den Erhalt des Seniorentreffpunkts ein: Conny Knabe (von links), Waltraud Scholz, Karin Weidenthaler, Renate Schiefelbusch und Annelies Wimmel sowie Leiterin Alexandra Kobusch (vorn) bei einer Modenschau für den guten Zweck im vergangenen Jahr. Foto: Cortis

Bad Sooden-Allendorf. Auf den städtischen Seniorentreffpunkt in Bad Sooden-Allendorf kommen schwere Zeiten zu.

„Es ist einfach nicht zu schaffen - so gerne wir auch wollen", sagt Alexandra Kobusch.

Die hauptamtliche Leiterin befürchtet, dass die beliebte Tagesstätte - das einzige Angebot dieser Art im gesamten Werra-Meißner-Kreis seit über 30 Jahren - bald in ernste Schwierigkeiten kommen könnte.

Mit vielen Anstrengungen - vom großen Flohmarkt mit Modenschau bis zum Waffelbacken bei vielen öffentlichen Veranstaltungen - haben Kobusch und einige ehrenamtliche Mistreiterinnen die Senioren-Einrichtung im Sinne der Rettungsschirmauflagen aufrecht erhalten können. Denn weil der Zuschuss der Stadt um ein Drittel gekürzt wurde, mussten 2013 und 2014 jeweils 10.000 Euro an Spenden generiert und zusätzlich 6000 Euro gespart werden.

In diesem Jahr haben die Stadtverordneten die Daumenschrauben noch stärker angezogen: Laut städtischem Haushalt müssen nun 16.000 Euro eingenommen werden, also noch einmal 60 Prozent mehr als bislang schon. Und diese Anforderung, antwortet Alexandra Kobusch auf Anfrage der HNA, „werden wir nicht erfüllen können“. Die Einnahmen lassen sich nicht kalkulieren, erläutert die Leiterin. Die freiwilligen Beiträge, die von den Senioren für seit 30 Jahren kostenlose Angebote neuerdings erbeten werden, und die Spenden von Sponsoren ebenso wenig wie Erlöse durch Vermieten der Räume.

Dass die soziale Einrichtung für jene, die die Stadt am Leben erhalten haben, am ehesten noch in der Altstadt einkaufen und die heimischen Handwerker beauftragen, nun zu einem wirtschaftlichen Unternehmen umgewandelt wird, gefällt Kobusch nicht: „Das passt nicht zu dem sozialen Gedanken.“

Der Treffpunkt sei, ruft sie in Erinnerung, für jene Menschen über 60, die zu vereinsamen drohen, ebenso wichtig wie für jene, die - gerade wegen dieses besonderen Angebots - in die Badestadt ziehen, Kontakte knüpfen und sich ein soziales Netz aufbauen wollen.

Eine Hoffnung hat die Treffpunkt-Leiterin, denn in der jüngsten Parlamentssitzung war die Rede davon, dass alle Posten im Haushalt erneut auf den Prüfstand gestellt werden sollen. Kobusch ist zuversichtlich, dass die Politiker erkennen, dass die Kräfte der Senioren mit dem Erwirtschaften von 10.000 Euro schon genug beansprucht werden und trotzdem alle Angebote aufrecht erhalten werden können. Die Senioren, sagt Alexandra Kobusch, könnten nicht jedes Wochenende mit Sonderaktionen belastet werden. Schon jetzt beteiligten sich die Treffpunkt-Nutzer - auch finanziell - stark: „Die holen alles aus sich raus.“

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