Städtisches Siedlerheim an privaten Besitzer verkauft

An Privat verkauft: Das Haus der Siedler - hier mit (von links) Bürgermeister Frank Hix, Erstem Stadtrat Günter Leis, den neuen Eigentümern Helene, Alexander und Henry Schwandt sowie dem Vorsitzenden des Vereins Eichweg-Siedlung, Michael Ulzheimer. Foto: Cortis

Bad Sooden-Allendorf. Das bisher städtische Haus der Siedler in Bad Sooden-Allendorf, bislang sozusagen das „Dorfgemeinschaftshaus" der Eichwegsiedlung, hat den Besitzer gewechselt.

Das Schöne daran: Es bleibt auch künftig Gemeinschaftseinrichtung, weil die neuen Eigentümer Helene und Alexander Schwandt den Siedlern großzügiger Weise einen Versammlungsraum nebst Küche und Theke zur Verfügung stellen. Weil obendrein die Stadt das alte Fachwerkgebäude für eine gut mittlere fünfstellige Summe losgeworden ist, sind praktisch alle Beteiligten auf der Gewinnerseite.

„Optimal gelaufen“, befand denn auch Bürgermeister Frank Hix am Freitagabend bei der mit einem Grillfest gefeierten Übergabe des Hauses, das seinen Namen der Tatsache verdankt, dass nach dem Zweiten Weltkrieg zahlreiche Flüchtlinge und Vertriebene in der Eichwegsiedlung eine neue Heimat gefunden haben. Der Bürgermeister dankte allen, die diese „nicht leichte Geburt“ auf den Weg gebracht hätten. Das Haus, stellte Hix fest, sei bei der Familie Schwandt „in guten Händen“.

Die ist im Haus daneben unmittelbarer Nachbar und benutzt im neu erworbenen Gebäude den großen Saal als Ausstellungsfläche für Parkettböden und andere Fußbodenbeläge, ein Geschäft, mit dem sich Alexander Schwandt vor sechs Jahren selbstständig gemacht, den Betrieb erweitert und vor kurzem erst einen neuen Mitarbeiter eingestellt hat. Spontan erklärte der 51-Jährige auch seine Mitgliedschaft im Verein der Eichwegsiedler.

Dessen Vorsitzender ist neuerdings Michael Ulzheimer als Nachfolger von Stephanie Dahlmann, die dieses Amt 13 Jahre lang innehatte. Als im Zuge der anhaltenden Sparbemühungen der Stadt auch das Schicksal des Siedlerheims zur Disposition stand, traute sich der Verein mangels finanzieller Mittel und Mitgliederschwunds eine Übernahme des Gebäudes in eigener Regie nicht zu.

Finanzielle Gründe sind es auch, warum die Eichwegsiedler seit drei Jahren keine Kirmes mehr veranstaltet haben, obwohl sie sich gerade in diesem Jahr angeboten hätte, weil die erste Kirmes vor genau 60 Jahren stattfand. Zuletzt, bedauerte Ulzheimer, habe man nur drauflegen müssen.

So seien etwa beim Auftritt des 76-köpfigen Musik- und Fanfarenzuges Frankershausen im Festzelt „mehr Musiker gewesen als Gäste“. Allerdings planten die Siedler für das laufende Jahr ein Weinfest, das am ersten Wochenende im September stattfinden soll. Falls es gelinge, noch mehr Mitglieder zu gewinnen, könne auch über weitergehende Aktivitäten nachgedacht werden.

Dem neuen Vorstand der Siedler gehört Thomas Gerb als zweiter Vorsitzender an. Kassenwartin ist Anna-Lena Dahlmann. Das Amt des Schriftführers wechselte von Nicole Grede hin zu Elena Martin.

Von Christoph Cortis

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