Jürgen Kuhrt macht Seile von Hand

Altes Handwerk der Seilmacher: Stricke sind bei der Märchenwoche echte Hingucker

Mit seinem traditionellen Seilgeschirr zeigt Jürgen Kuhrt (links) interessierten Zuschauern, wie der Seiler früher, vor der industriellen Revolution, gearbeitet hat. Foto:  Schröter

Bad Sooden-Allendorf. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts ist das Handwerk des Seilmachers nahezu ausgestorben. Es gibt nur noch wenige Menschen, die es ausüben - die meisten nur als Hobby.

Jürgen Kuhrt ist einer von ihnen. Bei der Märchenwoche in Bad Sooden-Allendorf zeigt er den Besuchern, wie Seile von Hand gemacht werden.

„Ich bin in der Landwirtschaft groß geworden“, sagt der 54-Jährige aus Erfde in Schleswig-Holstein. Damals sei es auf Bauernhöfen üblich gewesen, dass man seine Seile selbst machte. „Die brauchte man als Kälberstricke, lange Arbeitsleinen und für vieles mehr“, sagt er. Die Vorrichtungen dafür seien auf nahezu jedem Hof vorhanden gewesen. „Und gemacht wurden die Seile im Winter auf der Futterdiele“, erinnert sich Kuhrt zurück.

Nachdem er später die Landwirtschaft verlassen und eine Ausbildung zum Rettungssanitäter gemacht hatte, entdeckten er und seine Frau Marlies irgendwann ein neues Hobby für sich: das Mittelalter. „Wir wollten aber nicht nur auf den Mittelaltermärkten herumsitzen, sondern produktiv sein“, sagt Kuhrt. Die Idee, das Handwerk des Seilers wieder aufleben zu lassen, war geboren.

Kuhrt besorgte sich traditionelle Gerätschaften und legte los. „Zum ersten Mal ausprobiert haben wir es 2005 beim Mittelalterfest auf der Burg Hanstein“, sagt er. Vor allem Kinder, mit denen er Springseile hergestellt habe, seien „total begeistert“ gewesen. Inzwischen ist er nicht nur Stammgast auf der Burg Hanstein, sondern auch schon zum dritten Mal bei der Märchenwoche in Bad Sooden-Allendorf dabei. „Diesen Ort habe ich 1996 bei meiner ersten Reha kennen- und lieben gelernt“, sagt Kurth. Und weil er hier das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden könne, werde er auch in Zukunft immer wieder gerne hierher kommen.

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