Weltpremiere in München

Südafrikanisches Tanzstück voll Energie

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Tanzspektakel in Kongresszentrum: Mit Akrobatik und dynamischen Tänzen stellte die südafrikanische Tanzgruppe „Moving Into Dance Mophatong“ den Wandel Südafrikas von der Apartheid zur Demokratie dar. 

Bad Sooden-Allendorf. Ein beeindruckendes Tanzstück aus Südafrika wurde im Kultur- und Kongresszentrum Bad Sooden-Allendorf gezeigt.

Was haben das Deutsche Theater in München, die Internationale Ballettgala in Dortmund und das Kultur- und Kongresszentrum Bad Sooden Allendorf gemeinsam? An allen Ldiesen Orten wurde das südafrikanische Tanzstück von Jessica Nupen, „Romeo and Juliet / Rebellion & Johannesburg“ aufgeführt.

Während bei der Weltprämiere in München 1500, bei der Ballettgala in Dortmund sogar 1800 Besucher waren, kamen in Bad Sooden Allendorf gerade mal 23 Gäste, die das dynamische energiegeladene Tanzspektakel miterleben wollten. Diese brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen. Während im Hintergrund immer wieder Szenen vom Leben in Südafrika zu verschiedenen Epochen liefen, erzählte die „Compagnie Moving Into Dance Mophatong“ tänzerisch in acht Szenen den Wandel Südafrikas von der Apartheid zur Demokratie.

Dabei wurden auch immer wieder Parallelen zu Shakespeares „Romeo und Julia“ gezogen, so beim Kampftanz der Clans oder beim todesähnlichen Schlaf einer starken Julia. „Es war zwar schwierig, die Sinnzusammenhänge aus den einzelnen Tanzbildern herauszulesen, aber was sie tänzerisch drauf haben, war schon Spitzenklasse“, lobten Conrad Riechmann und Martina Hetsch-Betancourt die tolle Performance des Tanzensembles. Und tatsächlich boten die sechs Tänzer und zwei Tänzerinnen mit ihrer Dynamik und Akrobatik eine beeindruckende Tanzvorstellung. Die Schnelligkeit ihrer Bewegungen, die Gleichförmigkeit im Ganzen und die Energie die sie dabei versprühen, waren sehens- und erlebenswert.

Mutig und provokant

Europäische Tänzer hätten bei den schnellen und asymmetrischen Tanzfolgen nach zwei Minuten wahrscheinlich einen Knoten in den Beinen. Mit ihrem Tanzstück hat Choreographin Jessica Nupen die mutige und provokante Neuerzählung von Romeo und Julia und das Flair der brodelnden südafrikanischen Metropole Johannesburg in die nordhessische Provinz gebracht. Dass jeder Besucher die einzelnen Szenen etwas anderes sieht, stört sie nicht. „Kunst ist interpretationsfähig und das ist auch gut so“, sagte Nupen nach der tänzerischen Galavorstellung, die sie mit südafrikanischen Balletttänzern, ursprünglich Jugendliche aus den Slums, eingeübt hat.

Nach Bad Sooden-Allendorf kam das moderne Tanztheater mit Nupens Choreographie auf Einladung des Unternehmers und Honorarkonsuls der Republik Südafrika, Ekkehard Eymer. Eine zweite Vorstellung findet am heutigen Freitag um 20 Uhr im Kongress- und Kulturzentrum statt. (znb)

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