Schwimmkurse für Neuankömmlinge

TSG-Schwimmabteilung kümmert sich um Integration von Flüchtlingen

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Alle springen ins Wasser: Ob einheimisch oder erst kürzlich gekommen, die Jugendlichen lernen von Chef-Übungsleiter und Sport-Coach Juan Ramon Jeria-Naranjo – hier mit seiner Coach-Kollegin Milena Vaupel-Kenter – das Eintauchen ins Wasser. 

Bad Sooden-Allendorf. Sport wird als gute Möglichkeit gesehen, die Flüchtlinge zu integrieren. Wir stellen beispielhaft das Schwimmen für Flüchtlinge in Bad Sooden-Allendorf vor.

Im flachen Bereich zeigt Petra Schidlack-Berlin zwei jungen Mädchen aus Syrien am Beckenrand die Grundbewegungen des Schwimmens. Poolnudeln unter dem Bauch sorgen für ein zusätzliches Gefühl der Sicherheit, so geht man bestimmt nicht unter.

Auf der Beckenseite mit den Startblöcken lernen die sportlich ambitionierten Jungen und Mädchen von Bad Sooden-Allendorf, wie man am besten ins Wasser springt. Auch zwei Jugendliche aus Afghanistan nehmen nach Anleitung von Juan Ramon Jeria-Naranjo die Arme nach vorn und lassen sich ins Nass fallen.

Schwimmkurse seit Februar

Mit Öffnung des Freibades an der Rothesteinstraße nimmt die Schwimmabteilung der Turn- und Sportgemeinde (TSG) ihren Unterricht wieder auf - jeden Donnerstagabend ist Treffen. Schon im Februar waren Schwimmer- und Nichtschwimmerkurse angeboten worden. Im Therapiebad der Balzerborn-Klinik waren bis zu 18 Flüchtlinge dabei - darunter auch eine Frau. Es habe allen viel Spaß gemacht, berichtet Claus-Dieter Schidlack, der Leiter der Schwimmabteilung, von ersten Erfahrungen mit den Neuankömmlingen.

Jeria-Naranjo, der Chef-Übungsleiter, sucht dann auch schon nach talentierten Schwimmern. Die sollen möglichst an den Verein gebunden und weiter trainiert werden - zusammen mit den anderen Kindern und Jugendlichen. Gemeinsam, sagt Schidlack, lernten sie auch mehr.

Aber zunächst geht es darum, die Flüchtlinge ans Schwimmen heranzuführen. Das gehöre zum sozialen Leben in Deutschland, verweist Milena Vaupel-Kenter auf einen wichtigen weiteren Aspekt zur Eingliederung.

Vaupel-Kenter kümmert sich als Sport-Coach der Stadt darum, die Neuankömmlinge zur Teilnahme an sportlichen Aktivitäten zu bewegen. Sie besorgt ihnen Sportschuhe und organisiert sogar besondere Sportveranstaltungen. Dazu gehörte auch schon eine Volleyball-Matinee.

Damit die Flüchtlinge den Schwimmunterricht wahrnehmen, holt Milena Vaupel-Kenter sie mit dem eigenen VW-Bus selbst ab und bringt sie wieder zurück. Das müsse sie leider noch häufig machen, hofft die Tierärztin auf künftig mehr Eigenantrieb bei den Flüchtlingen und etwas Entlastung durch weitere ehrenamtlich Engagierte. Immerhin fast 30 erwachsene Flüchtlinge und 30 Kinder haben sich, verweist Claus-Dieter Schidlack auf seine Listen, für die Schwimm-Kurse angemeldet.

Sprache größtes Problem

Als größtes Problem sieht Vaupel-Kenter noch die Verständigungsschwierigkeiten an. Es fehle an Übersetzern beziehungsweise an weiterem Geld für Übersetzer. Eine glückliche Kombination ist da immerhin, dass Schwimmtrainer Juan Ramon Jeria-Naranjo der andere Sport-Coach der Stadt ist - und zudem gebürtiger Chilene. Da wird manche Sprachbarriere leichter überbrückt und ansonsten auch viel mit Händen und Füßen einfach vorgemacht.

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