„Das ist total demotivierend“

Unbekannte beschmieren frisch renoviertes Jugendzentrum in Bad Sooden-Allendorf

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Entsetzt: Bernd Bürger (links) und Lukas Lewetz vor den unerwünschten „Wandmalereien“ am Jugendzentrum in Allendorf.

Bad Sooden-Allendorf.Während Jugendliche gerade dabei sind, die Räume des städtischen Jugendzentrums zu renovieren, haben Unbekannte mit Farbschmierereien auf breiter Fläche Wände des Gebäudes verunstaltet, in dem der soeben installierte Jugendrat seinen Sitz hat.

„Das ist total demotivierend“, schimpft Lukas Lewetz. Der 16-jährige Gymnasiast ist stinksauer. Und auch Awo-Jugendpfleger Bernd Bürger ist das, was im Jargon der jungen Leute nicht selten „angepisst“ heißt. 

Sieben Mal haben die Täter offenbar mit schwarzem Autolack aus der Sprühdose die Ziffer 5 auf die bis dahin blütenweiße Fassade aufgebracht und diese bis zu 90 Zentimeter hohen und 75 breiten „Gemälde“ mehrfach mit dem roten Schriftzug „Penny“ ergänzt. Doppelt zu entziffern ist an einer Tür und einem Stützbalken die Zahl 187, die wahrscheinlich auf eine Hip-Hop-Band hinweist, die eben diesen Namen trägt. Auch der sogenannte Stinkefinger „ziert“ das Gebäude.

Und das alles nur wenige Tage, bevor am Montag die Ferienspiele mit dem Jugendzentrum als Mittelpunkt aller Aktivitäten beginnen. „Blöd, ärgerlich, frustrierend“, sprudelt es aus Lukas heraus, der auch Sprecher der Jugendlichen in Bad Sooden-Allendorf ist. Kurzfristig sei eine Beseitigung der Schmierereien nicht zu bewerkstelligen, malt sich der 16-Jährige schon die verstörten Blicke von Eltern aus, wenn sie sich zum Abschluss der Ferienspiele die einzelnen Projekte in dieser Freizeit zeigen lassen.

Schon jetzt steht für Lewetz und Bürger fest, dass sie und ihre Mitstreiter später in Eigenleistung dem Übel zu Leibe rücken wollen, während der Baubetriebshof für das Material sorgen wolle. Vorsorglich warnte Bürger davor, pauschal „die Jugend“ für den Vandalismus verantwortlich zu machen. Es seien immer Einzelne, die – vielleicht aus Langeweile heraus – dafür in Frage kämen.

Besonders schlimm betroffen: das Bootshaus in unmittelbarer Nachbarschaft zum Jugendzentrum. 

Streng genommen, ist das Jugendzentrum als Tatobjekt noch relativ glimpflich davon gekommen. Mit Graffiti weitaus schlimmer getroffen hat es das benachbarte Bootshaus. Wie beim Jugendzentrum hatten es die Frevler auf die rückwärtigen, zur Werra hin gelegenen und deshalb von der Straße nicht einsehbaren Wände für ihre „Künste“ abgesehen. Gleich drei Wände und ein großes Garagentor haben sie total beschmiert und dabei auch mit obszönen Sprüchen und Darstellungen versehen. Dem Vernehmen nach wurde Ähnliches auch an einer Wassertretstelle am Rand der Eichwegsiedlung festgestellt.

Der Schaden wird laut Bericht der Polizei, bei der bereits Anzeige erstattet wurde, auf 500 Euro geschätzt. Als Tatzeitraum wird Sonntag, 15 Uhr, bis Dienstag, 15 Uhr, angegeben.

Hinweise:Polizei, Tel. 0 56 51/92 50.

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