Betrieb mit Intensivpflege für alte und kranke Pferde

Wegen Steuer: Pension für Pferde macht dicht

So sieht es ab Mai wieder aus: Der erst vor wenigen Jahren erweiterte Stall von Doris Stephan in der Alten Hainsmühle zwischen Bad Sooden-Allendorf und Asbach, den sie Ende 2012 vorstellte, wird schon in wenigen Monaten ohne Pferde sein. Archivfoto: Michaelis

Bad Sooden-Allendorf. Konkrete Auswirkung der umstrittenen Pferdesteuer in der Badestadt an der Werra: Ihre Briefe an Stadt und Politiker, Anträge auf Befreiung und auch neue Ideen und Mut zu Veränderungen halfen Doris Stephan nicht, sie schließt ihren Betrieb mit Intensivpflege für alte und kranke Pferde.

Die Pferdepension ,Naturhaus Alte Hainsmühle’ ist ab 1. Mai 2016 unwiderruflich geschlossen.“ Betreiberin Doris Stephan hat allen ihren Einstellerinnen von insgesamt elf Pferden Anfang der Woche die Intensivpflege-Verträge zum 30. April gekündigt.

Zudem verlören vier angestellte junge Menschen den Arbeits- bzw. Ausbildungsplatz, teilt sie in dem Brief mit. Auch eine von ihr ausgebildete Fachkraft könne sie nach Beendigung deren Elternzeit nicht wieder anstellen.

Die ausgewerteten Daten und Zahlen zu ihrem Betrieb, die sie von der Landwirtschaftlichen Buchstelle vor wenigen Tagen bekam, hätten ihr „sehr schweren Herzens“ keine andere Wahl gelassen, als die Reißleine zu ziehen und nach 18 Jahren die gesamte Pferdehaltung aufzugeben.

Dafür gibt es in ihren Augen nur einen Grund: die umstrittene, von der Stadt Bad Sooden-Allendorf seit 2013 erhobene Pferdesteuer von 200 Euro pro Tier und Jahr. Die habe, indem die Pferde-Einsteller abwanderten, ihre Betriebserweiterung bereits in der Startphase „drastisch ausgebremst“.

Stephans Plan C funktionierte nicht: Seit Mitte vorigen Jahres warb sie - mit Erfolg - neue Kunden damit, für sie die Pferdesteuer zu übernehmen. Doch mittlerweile stellte sie fest, dass sie dann gar kein Geld mehr verdiene.

Zuvor hatte sie schon, als Plan B, eine Intensivpflege-Station für Pferde eingerichtet in der Annahme, dass die kranken Tiere dann von der Besteuerung ausgenommen würden - was nicht der Fall war.

Generell finde er es bedauerlich, wenn wirtschaftliche Betriebe der Stadt schließen müssen, sagte Bürgermeister Frank Hix auf Anfrage. Ob die Schließung im konkreten Fall letztlich mit der Pferdesteuer zusammenhängt, könne er nicht beurteilen. Die Stadtverwaltung setze mit dem Erheben der Pferdesteuer auch nur das um, was das Stadtparlament 2012 beschlossen habe.

Wie Doris Stephan ihre Existenz in Zukunft sichern will, lesen Sie in unserer gedruckten Mittwochsausgabe.

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