Winterträume 

Weltstar Paul Potts erobert die Herzen von Bad Sooden-Allendorf

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Vom Handy-Verkäufer zum Weltstar: Der britische Tenor Paul Potts überzeugte in Bad Sooden-Allendorf mit einem fulminanten Auftritt.

Gesegnet mit einer Stimme von Seltenheitswert, legte der Weltstar Paul Potts einen fulminanten Auftritt in Bad Sooden-Allendorf hin und eroberte die Herzen der 500 Zuhörer.

Dass Größe sich nicht immer in Zentimetern messen lässt, bewies am Freitagabend im Soodener Kultur- und Kongresszentrum (KuK) der britische Tenor Paul Potts. Von seinen musikalischen Mitstreitern um Haupteslänge überragt, wurde aus dem Kleinsten der Größte.

Seine persönliche Geschichte liest sich wie ein modernes Märchen. Der Sohn eines Busfahrers und einer Kassiererin, der einst als Verkäufer von Mobiltelefonen seine Brötchen verdiente, hatte sich schon während seiner Schulzeit dem Gesang verschrieben. 

Seinen Durchbruch schaffte er vor zwölf Jahren als Gewinner einer Castingshow, vergleichbar mit dem Wettbewerb, in dem Pop-Titan Dieter Bohlen Deutschlands Superstar sucht. Seinen Sieger-Titel „Nessun Dorma“, eine Arie aus der Oper Turandot von Giacomo Puccini, präsentierte er auch auf der Bühne des KuK. Bei „Caruso“, schon von Luciano Pavarotti tausendfach geschmettert, brachen alle Dämme, und das Publikum hielt es nicht mehr auf den Sitzen. 

Knuddelbär mit Gold in der Kehle 

Fast schüchtern und mit sparsamen Gesten kommt der 49-Jährige rüber wie ein Knuddelbär mit Gold in der Kehle und lässt kaum erahnen, dass er sogar schon vor der britischen Königin singen durfte.

Sein beifallumrauschter Auftritt in der Kurstadt schmälert jedoch nicht die Leistungen seiner Bühnenpartner. So glänzte die österreichische Sopranistin Eva Lind, die alle großen Opernhäuser rund um den Globus kennt, mit ihrer kristallklaren Stimme und sympathischen Ausstrahlung nicht nur beim überaus gefühlvollen „Ave Maria“ aus der Feder von Franz Schubert.

Ilja Martin (40), bekannt als einer der drei „Jungen Tenöre“, sorgte mit dem neapolitanischen „Funiculi, Funicula“ für Stimmung, und als Solist auf Trompete und Flügelhorn brillierte Kevin Pabst unter anderem mit „Ich bete an die Macht der Liebe“ – „mein persönlicher Talisman“, wie er gestand.

Dreistündige Winterträume 

Für das knapp dreistündige Konzert unter dem Titel „Winterträume“ war die Bühne mir fünfarmigen Kerzenständern in Mannshöhe und (künstlichen) Tannenbäumen dekoriert, die Nadeln unter Hunderten von Lichtern wie mit Puderzucker bedeckt. Im Hintergrund wechselte der Sternenhimmel die Farben, derweil Flügel und Violine die Begleitmusik lieferten – akustisch und optisch ein Hochgenuss.

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