Widerstand ist ungebrochen

Erneut Mahnwache in Bad Sooden-Allendorf gegen Mega-Stromtrasse Suedlink

Unübersehbar: Seit Sonntag protestiert in Bad Sooden-Allendorf eine Mahnwache gegen die geplante Mega-Stromtrasse durch den Kreis.
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Unübersehbar: Seit Sonntag protestiert in Bad Sooden-Allendorf eine Mahnwache gegen die geplante Mega-Stromtrasse durch den Kreis.

In Bad Sooden-Allendorf wird jetzt per Mahnwache gegen Suedlink protestiert.

Bad Sooden-Allendorf – Eine zunächst auf sechs Monate befristete Mahnwache protestiert gegen das Vorhaben, unter der Bezeichnung Suedlink eine Mega-Stromtrasse durch den Werra-Meißner-Kreis zu führen, um per Erdkabel Strom vom Norden bis in den Süden der Republik zu transportieren.

Eingerichtet hat die Mahnwache am Sonntag die kreisweite Bürgerinitiative (BI) auf halbem Weg zwischen dem Freibad in Bad Sooden-Allendorf und der Auffahrt zum Schloss Rothestein, um auf diese Weise ihren ungebrochenen Widerstand gegen das Projekt zu dokumentieren.

Am Rand eines Weizenfeldes und unter einem metergroßen, schon aus der Ferne sichtbaren Schriftzug, versammelten sich trotz sengender Hitze knapp 40 Demonstranten, unter denen BI-Vorsitzender Stefan Heuckeroth-Hartmann neben Bürgermeister Frank Hix und seiner Stellvertreterin Andrea Stöber auch Teilnehmer aus dem Ringgau begrüßen konnte.

Hinter dem plakativen Protest hatten zuvor fleißige Hände ein großräumiges Zelt aufgeschlagen, in dem junge Leute nach Möglichkeit ein halbes Jahr lang auch nachts (Mahn-)Wache halten sollen. Sechs Monate deshalb, weil für den Zeitraum vom 1. Juli bis Jahresende Bodenuntersuchungen im Bereich des möglichen Trassenverlaufs angekündigt worden sind. Konkret betroffen sei davon auch besagtes, etwa 1 Hektar großes Weizenfeld mit weit auseinander liegenden und 15 Meter tiefen Bohrlöchern mit einem Durchmesser von etwa 30 Zentimetern. Weil durch dieses Areal auch die mit einem Kilometer längste Durchbohrungsstrecke führe, werde der Ackerboden komplett zerstört, wofür es eine „Entschädigung“ von nur 25 Cent pro Quadratmeter gebe, erläuterte für die Bürgerinitiative Matthias Grabing.

BI-Chef Heuckeroth-Hartmann sprach von einem massiven Eingriff in die Rechte der betroffenen Grundstückseigentümer, denen er deshalb dringend ein Beweissicherungsverfahren vor Beginn der Bohrungen empfahl.

Nicht zum ersten Mal geißelte er Suedlink als ein „völlig unsinniges“ Projekt, das „die Natur kaputt macht“ und am Ende „wir Bürger mit einem doppelt so hohen Strompreis bezahlen“ müssten. Erneut bekräftigte der BI-Vorsitzende seine Forderung nach einer dezentralen Energieversorgung.

Bürgermeister Frank Hix, ebenfalls erklärter Suedlink-Gegner, räumte ein, juristisch könne man erst nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens gegen die Mega-Stromtrasse vorgehen. Gleichzeitig lobte er Standhaftigkeit und Durchhaltevermögen der Bürgerinitiative, die er auch weiterhin unterstützen werde. (zcc)

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