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Wieder Zittern um Soundgarten-Festival in Bad Sooden-Allendorf

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Von: Christoph Cortis

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Das alte Bootshaus in Bad Sooden-Allendorf.
Das alte Bootshaus in Bad Sooden-Allendorf. Bei einer Nutzung durch Hessensound wäre der nahe gelegene Sportplatz Alleerasen als Festival-Gelände entbehrlich. © Cortis, Christoph

Das Festival-Team möchte das Bootshaus nutzen, in der Stadtverordnetenversammlung gab es dagegen nun ein Veto.

Bad Sooden-Allendorf – Nach dem Hickhack um eine Rahmenvereinbarung der Stadt mit dem Eschweger Unternehmen Hessensound, das mit großem Erfolg schon drei Mal das Soundgarten-Open-Air in der Badestadt veranstaltet hat, geht das Zittern um dieses Festival schon wieder los.

In der Stadtverordnetensitzung am Freitag blockierte die Koalition aus SPD, Grünen und FWG kraft ihrer Mehrheit den Veranstalter, der das alte Bootshaus nicht nur als Lagerplatz, sondern auch als Produktionsbüro und Künstlergarderobe nutzen möchte.

Zunächst hatte Hessensound einen Mietvertrag ab Januar angestrebt und auch einen Kauf des Gebäudes nicht ausgeschlossen. Wie aus dem Nichts meldete aber auch die Rhenanus-Schule mit Hinweis auf ihren sportlichen Schwerpunkt ihr Interesse an der Nutzung des Bootshauses an. Unterzeichnet ist dieses Schreiben vom Juli diesen Jahres von der stellvertretenden Schulleiterin Michaela Deutschmann-Weise, zugleich für die SPD Mitglied im Magistrat. Dritter Interessent ist als aktueller Nutzer der örtliche Werratalverein, dessen Vertrag mit der Stadt aber zum Jahresende ausläuft.

In der Parlamentssitzung scheiterte am Widerstand der Koalition ein Antrag von Bürgermeister Frank Hix. Der hatte als Kompromiss eine gemeinsame Nutzung durch alle Interessenten vorgeschlagen, wobei Hessensound ein auf fünf Wochen begrenzter Zeitraum rund um das Festival im Sommer zugestanden werden sollte. Für die Koalition lehnte das der Grünen-Abgeordnete Martin Herrmann ab. Die Sache sei zu komplex. Man benötige „ein gründliches Entwicklungskonzept“ für dieses „Filetstück“ der Stadt, argumentierte er. Und das kann dauern.

Für Hessensound sei die Nutzung des Bootshauses jedoch eine Grundvoraussetzung, um an diesem Standort im Bereich des Stadtgrabens auch in Zukunft das Festival auszurichten, das „ein riesiger Gewinn für Bad Sooden-Allendorf“ sei und die Stadt bundesweit bekannt gemacht habe, so Bürgermeister Hix. Mit einem Dank an den Rathauschef für seinen Einsatz um eine tragbare Kompromisslösung bedauerte Hessensound, dass nur die CDU seinen „konstruktiven Vorschlag“ mitgetragen habe.

Das sei hinzunehmen, allerdings sei man von der grundsätzlichen Argumentation „mehr als irritiert“, so Pressesprecherin Martina Adler in einer ersten Reaktion.

Für den Stadtgraben, zu dem auch das Bootshaus gehöre, gebe es bereits seit fast drei Jahren ein durch Hessensound entwickeltes und „bestens funktionierendes Konzept“ mit nachweislich positiven Effekten für den Tourismus, die Wirtschaft und die dort lebenden Menschen, während das wirtschaftliche Risiko allein Hessensound trage.

Dies sei sehr erfreulich, auch wenn es aktuell so aussehe, „dass wir mit dem Entdecken dieses idyllischen Plätzchens die Steine selbst vorbereitet haben, die rund um die zukunftsfähige Weiterentwicklung des Soundgarten-Open-Airs immer wieder auf unserem Weg liegen.“ Und das, obwohl von allen Seiten die enorme Bedeutung des Festivals für Bad Sooden-Allendorf betont werde. (zcc)

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