Frühmittelalterliches Lager mit mehr als 150 Menschen

Willkommen bei Balten, Slawen, Thüringern und Sachsen in Bad Sooden-Allendorf

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Willkommen bei den Altsachsen: Steffi und Dieter „von der Wisura“ setzen sich in ihrem Lager gern mit Interessierten und Gleichgesinnten, hier Organisator Dr. Arne Zibat und Nina aus Heringen, zusammen.

Bad Sooden-Allendorf – Sie kommen aus vielen Teilen Deutschlands und lassen als Balten, Slawen, Thüringer und Angehörige anderer einstiger Volksgruppen Alltag zu Zeiten des Frühmittelalters in Nordeuropa aufleben:

Mehr als 150 Menschen haben 47 Zeltlager von isländischen, dänischen und anderen Sippen am Werraufer im Schatten der Crucis-Kirche in Allendorf aufgeschlagen, um die Zeit zwischen 600 und 900 n. Chr. nachzuempfinden – und dies möglichst authentisch.

Steffi und Dieter beispielsweise haben sich viele Repliken von Alltagsgegenständen und Schmuck nach Originalfunden anfertigen lassen, vom irdenen Trinkbecher über die ledernen Schuhe bis zum eisernen Prunkschwert, einem sogenannten Sax mit einer eingeschlagenen Runenreihe. Das Paar aus Frankfurt am Main ist von der Sippe der „Sachsen von der Wisura“ vorgeschickt worden, um erstmals am frühmittelalterlichen Lager in der Badestadt teilzunehmen.

Vor zehn Jahren entschieden sich Steffi und Dieter, die beide aus dem Westfälischen stammen, die dort einst ansässigen Altsachsen darzustellen, die mit den heutigen Sachsen nichts zu tun haben, nicht einmal den Lebensraum. Dieter ist von Beruf Software-Entwickler, Steffi im „normalen“ Leben als Sekretärin tätig. Auch diesmal näht sie, auf einer Holztruhe sitzend, wieder an einer Gewandung nach überliefertem Vorbild. Gekocht wird mit dem, was schon damals in Feld und Flur wuchs. Statt Kartoffel, Tomate und Zucchini kommen Möhre, Pastinake und Kohl in die Gemüsesuppe, gewürzt wird mit Dill, Kümmel und Zwiebel.

Färben wie einst: Julia Veit zeigt, welche Farbe der Stoff nach dem Färben mit Faulbaumrinde (vorn, im Topf) hat.

Und sie pflegen den Austausch mit den anderen Gruppen. Dazu gibt es viel Gelegenheit, denn im Gegensatz zu den heutzutage beliebten, aber eher kommerziell ausgerichteten Mittelaltermärkten steht hier das Lagerleben im Vordergrund. Da werden gemeinsam Stoffe gefärbt und Tongefäße gebrannt. Beliebt sind auch die Kämpfe der Wikinger-Krieger, die vor dem Jugendzentrum stattfinden – und auch den Besuchern gern vorgeführt werden. Interessierte sind heute (12 bis 22 Uhr) und morgen (11 bis 17 Uhr) noch eingeladen, durchs Lager zu gehen und mit den verschiedenen Sippen ins Gespräch zu kommen.

Der Eintritt ist frei.

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