Zweiter Versuch

Hilgershausens Ortsbeirat will den Hohlstein öffnen lassen

Opfergaben: Blumen und Obst auf einem Naturstein vor der Hilgershäuser Höhle.
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Opfergaben: Blumen und Obst auf einem Naturstein vor der Hilgershäuser Höhle.

Der Ortsbeirats Hilgershausen will Deutschlands älteste namentliche erwähnte Höhle wieder öffnen und beantragt Geld dafür.

Hilgershausen – Der Hohlstein, eine Höhle, für welche die beiden Bad Sooden-Allendorfer Stadtteile Hilgershausen und Kammerbach beanspruchen, Namensgeber zu sein, könnte in absehbarer Zeit für Besucher wieder geöffnet werden. Nachdem der Ortsbeirat von Hilgershausen mit dem Vorhaben schon einmal gescheitert war, hat er jetzt einen neuen Anlauf unternommen, um im noch nicht verabschiedeten Haushalt für das laufende Jahr die erforderlichen Finanzmittel zur Sicherung des Höhleneingangs bereitzustellen.

Seit Jahren ist der nämlich durch ein eisernes Gittertor versperrt, weil von der mehr als 20 Meter hohen Felswand darüber Steinschlaggefahr besteht.

„Zumindest mittelfristig“ müsse die Karsthöhle wieder zu betreten sein, die mit ihrer dokumentierten Ersterwähnung im Jahr 1276 als älteste namentlich nachweisbare Höhle Deutschlands gilt. Darin waren sich Ortsvorsteher Marcus Barth und sein Stellvertreter Ortwin Siebold bei einem Ortstermin einig. Dabei betonten sie vor allem den touristischen Aspekt.

Die nach ihrem Sprachgebrauch „Hilgershäuser Höhle“ ist ein einziger, gut 40 Meter langer, 21 Meter breiter und zwischen acht und zwölf Meter hoher Hohlraum, in dessen vorderem Bereich sich ein kleiner Höhlensee befindet. An der Felswand über dem Höhlengang sind deutlich erkennbar Risse zu sehen, die ein Abplatzen des Gesteins befürchten lassen.

Schon für den Doppelhaushalt 2019/2020 seien Gelder für die Sicherung beantragt gewesen. Mit Blick auf die angespannte Finanzlage habe das Stadtparlament dies aber nicht befürwortet, sagte auf Anfrage der Chef des Stadtbauamtes, Helmut Franke.

Das Felsmassiv, auf dessen Spitze auch Bäume zu beseitigen seien, müsse durch ein stählernes Netz gesichert werden. Diese Arbeiten an der Steilwand könne nur eine Spezialfirma ausführen.

Insgesamt rechnet Franke mit Kosten von 80 000 Euro. Der Geo-Naturpark Frau-Holle-Land, der in dieser Höhle ein attraktives Wanderziel sieht, habe sich bisher vergeblich um Fördermittel für dieses Naturdenkmal bemüht. Um die Höhle ranken sich Sagen und Märchen, unter anderem auch mit Bezug auf Frau Holle. Dem Wasser im Höhlensee werden heilende, verjüngende und verschönende Kräfte nachgesagt. Dieser geheimnisvolle Glaube hat sich offenbar bis in die Gegenwart erhalten, worauf Blumengebinde und Obst hindeuten, die auf einem mit Moos bedeckten Naturstein vor dem Höhleneingang abgelegt sind. (Von Chris Cortis)

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