Mit Yoda geht’s zum Ziel

HNA-Volontär Marc Hörcher testet „Geocaching“

Wo geht’s denn hier zum nächsten Cache? HNA-Volontär Marc Hörcher (links) und Geocacher „Höfo“ aus Göttingen suchen mit dem GPS-Gerät nach den versteckten Tupperdosen. Fotos: nh

Bad Sooden-Allendorf. Die digitale Schnitzeljagd "Geocaching" ist mittlerweile Hobby von vielen - auch im Werra-Meißner-Kreis. HNA-Volontär Marc Hörcher testet es im Wald bei Ellershausen.

Ich kämpfe mich an den Dornen vorbei. Biege Äste zur Seite. Schaue auf den Boden. Hinter mir rauscht ein Bach. Vor mir liegt ein großer viereckiger Klotz. Ich taste ihn ab. Fühle das weiche Moos daran. Es ist ein umgedrehtes Waschbecken. Irgendjemand hat es hier in einem Gebüsch in Ellerhausen liegen gelassen. Mir wäre es nie aufgefallen, hätte nicht „Zillisternchen“ darin einen Geocache versteckt.

Geocaches (englisch, in etwa „geheime Erd-Lager“) sind kleine Behälter - oft Tupperdosen oder kleine Röhren - die so genannte Geocacher in der Landschaft verstecken. Auf einer Internet-Seite geben sie Hinweise darauf, wo das Versteck liegt. Dabei ist es üblich, dass die Cacher unter Spitznamen schreiben. „Zillisternchen“ ist eine Frau aus Bad Sooden-Allendorf, „Höfo“ ein Mann aus Göttingen. Mit ihren bürgerlichen Namen möchten die beiden nicht in der Zeitung genannt werden. Mit ihnen bin ich heute unterwegs, ebenfalls mit dabei ist Geocacher Reinhard Steinfeld aus Witzenhausen.

Ich möchte mich in der modernen Schatzsuche versuchen. Den Weg zum Waschbecken hat mir ein GPS-Gerät gewiesen - das wichtigste Hilfsmittel der Geocacher. Mein Ziel ist ein so genannter „Traditional Cache“ („Traditionelles Versteck“). Das bedeutet, ich gebe die Koordinaten in das GPS-Gerät ein, das mich dann ohne Umwege ans Ziel bringt. Auf fünf Meter genau - dann heißt es: suchen.

Am rechten unteren Waschbeckenrand liegt ein Stein. Liegt der Cache vielleicht darunter? Ich hebe ihn hoch und finde - erst mal nichts. Erst auf den zweiten Blick und mit ein wenig Hilfe meiner Begleiter merke ich, dass der Stein vor einer Öffnung im Waschbecken lag. Darin liegt der Behälter mit einem Logbuch, in das ich meinen Namen und das Datum eintragen darf. Danach verstecke ich den Behälter wieder so, wie ich ihn vorgefunden habe.

Der nächste Cache ist ein so genannter „Multicache“ - also ein Cache mit mehreren Stationen. Bei jeder Station gibt es einen Hinweis, der mich weiterführt. Zunächst muss ich eine Plastikflasche finden, die in einer Baumwurzel versteckt ist. Darin ist ein einlaminierter Zettel mit Fragen zu der „Star Wars“-Filmreihe.

Ich muss beantworten, welche Hautfarbe der Außerirdische Meister Yoda hat, welcher Schauspieler den Schmuggler Han Solo spielt und wer die Filmmusik komponiert hat. Kein Problem. Da mich die Filme durch meine Jugend begleitet haben, weiß ich alles. Nun muss ich die Antworten in Buchstabenwerte übersetzen. A hat den Wert eins, B den Wert zwei - und so weiter. Die Summe daraus ergibt die neuen Koordinaten. Als das GPS-Gerät piept, bin ich am Ziel: Eine Tupperdose, versteckt in einem Baumstumpf.

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