Zu wenig Unterstützung

In Bad Sooden-Allendorf hat sich der Verein Pro Gesundheit aufgelöst

Es war einmal: Der Verein Pro Gesundheit – hier mit seinem Gründer Claus-Dieter Schidlack – hat sich mangels Unterstützung aufgelöst.
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Es war einmal: Der Verein Pro Gesundheit – hier mit seinem Gründer Claus-Dieter Schidlack – hat sich mangels Unterstützung aufgelöst.

Paukenschlag in der Badestadt: Der Verein Pro Gesundheit, überregional bekannt durch seine regelmäßigen Gesundheitstage, ist Geschichte.

Bad Sooden-Allendorf – Der Verein mit einst bis zu 30 Mitgliedern habe sich nach 15-jähriger Arbeit aufgelöst. Das gab der bis dato Vorsitzende Claus-Dieter Schidlack bekannt, der die Organisation ins Leben gerufen und bis zuletzt an deren Spitze gestanden hatte.

Der 76-Jährige, der sich zuletzt nur noch auf sechs Mitstreiter stützen konnte, bedauerte den Schritt und gab als Grund in erster Linie mangelnde Unterstützung aus Politik und Verwaltung an. Beispielhaft nannte er ein abschlägig beschiedenes Hilfeersuchen zum Aufbau einer Ausstellung, weswegen vor drei Jahren das Gesundheitsforum trotz weit gediehener Vorarbeit habe abgesagt werden müssen.

Hervorgegangen war der Verein aus einem Mitte der 1990er Jahre gegründeten losen Arbeitskreis Gesundheitswesen, dem sich laut Schidlack Kliniken, Sanitätshäuser, Therapeuten und Orthopäden angeschlossen hatten.

„Mussten nie um Geld betteln“

Als Ziel ausgegeben worden sei, die Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege in enger Abstimmung mit der Stadt Bad Sooden-Allendorf zu begleiten. Dabei seien die Planung und Organisation gemeinsamer Gesundheitstage für Öffentlichkeit und Fachpersonal ein Schwerpunkt gewesen. Auf diese Weise habe der Verein das Gesundheitswesen, das sich bisher überwiegend auf das kurative Modell, sprich Heilung, konzentriert habe, insoweit verändern wollen, als die Eigenverantwortung des Einzelnen in den Fokus gerückt werden sollte. Zugleich habe der Gesundheitstourismus gestärkt werden sollen. In regelmäßigen Sitzungen seien Konzepte erarbeitet worden, um den Gesundheitsstandort Bad Sooden-Allendorf und die Gesundheitslandschaft Werra-Meißner attraktiver zu gestalten. Dafür habe man rasch Sponsoren gewinnen können: „Wir mussten nie um Geld betteln.“

Höhepunkte seien stets die Gesundheitstage gewesen, bei denen die örtlichen Kliniken sowie viele Branchen der Vor- und Nachsorge ihre Leistungen vorgestellt hätten. Bis zu 120 Anbieter auch aus den angrenzenden Gebieten Südniedersachsen und Thüringen hätten die Gelegenheit der Eigenwerbung gern genutzt und sich einem Publikum präsentiert, das in der Spitze 4500 Besucher gezählt habe. Mit den Jahren sei die Kooperation mit der Verwaltung aber immer komplizierter geworden. Die ursprünglichen Ziele zugunsten des Kur- und Reha-Standortes Bad Sooden-Allendorf „konnten daher nicht mehr in der gewünschten Form erreicht werden“. Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt. Falls sich in den nächsten neun Monaten ein Interessent finde, den Verein wieder aufleben zu lassen, gehe auch das Vereinsvermögen auf ihn über. Ansonsten, so Schidlack, sollen die Gelder wieder der Gesundheitsförderung dienen und schwerpunktmäßig der Schwimmabteilung der örtlichen Turn- und Sportgemeinde zufallen. (zcc)

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