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Zukunft für Soundgarten in Bad Sooden-Allendorf ungewiss

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Von: Christoph Cortis

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Glücklich sieht etwas anders aus: Hessensound-Chef Mario Borschel (links), Pressesprecherin Martina Adler und Bürgermeister Frank Hix.
Glücklich sieht etwas anders aus: Hessensound-Chef Mario Borschel (links), Pressesprecherin Martina Adler und Bürgermeister Frank Hix. © Chris Cortis

Bad Sooden-Allendorfs Stadtverordnete hatten eine hitzige Diskussion darum, welche Vertragslänge der Soundgarten bekommt.

Bad Sooden-Allendorf – Gut zwei Wochen, bevor das Eschweger Veranstaltungsunternehmen Hessensound mit einer Bar im Allendorfer Stadtgraben den Auftakt macht zum dritten Open-Air-Soundgarten, ist das Schicksal dieses Musik-Festivals am aktuellen Standort mehr als ungewiss. Mit dieser Erkenntnis traten Veranstalter, Mandatsträger und das Publikum am Freitagabend den Heimweg an, nachdem das Badestädter Parlament in nur 73 Minuten die Tagesordnung in den allermeisten Fällen ohne Debatte und mit einstimmigen Beschlüssen abgehakt hatte.

Zur Sache ging es erst nach der Sitzung. Da erhitzten sich die Gemüter an der Vertragslaufzeit für die Aktivitäten von Hessensound. Vier Tage zuvor hatte der Magistrat mit der Mehrheit der Koalition aus SPD, Grünen und FWG durchgesetzt, dass von Jahr zu Jahr mit Hessensound ein neuer Vertrag ausgehandelt werden müsse, um bei veränderten Bedingungen und angesichts vieler Unwägbarkeiten flexibel reagieren zu können. Demgegenüber wollte insbesondere Bürgermeister Frank Hix (CDU) dem Veranstalter einen Fünfjahresvertrag anbieten und damit nach Überzeugung der Koalition einen Blankoscheck ausstellen, in diesem Zeitraum nach Gutdünken schalten und walten zu können. Einziger Vorbehalt: Die Änderung des bereits auf den Weg gebrachten Bebauungsplanes, um die Flächen für das Festival nutzen zu können, werde auch genehmigt.

Die unterschiedlichen Standpunkte trug Hix in seinem Magistratsbericht zwar vor, verwehrte allerdings seiner Stellvertreterin und Ersten Stadträtin Andrea Stöber das Rederecht, die die Argumente der Koalition gern unterfüttert hätte. Aus Protest gegen dieses Vorgehen verließen daraufhin vier Mandatsträger der Koalition vorzeitig den Saal: die Stadträte Wolfgang Frühauf und Heike Döring sowie die Abgeordneten Dorothee Junkermann und Claudia Mehmel. Auf Anfrage unserer Zeitung verteidigte der Bürgermeister seinen Schritt einen Tag später mit der Geschäftsordnung des Magistrats.

Für die Koalition entscheidend sei, dass die Stadt das Heft des Handelns in der Hand behalten müsse, sagte Andrea Stöber – „zum Wohl der Stadt“, wie sie auf Nachfrage hinzufügte. Hix hatte vor dem Plenum betont, mit der längeren Vertragsfrist sollten „ein wichtiges Signal“ gesetzt und Hessensound Planungssicherheit verschafft werden.

Das vielleicht Kuriose an der Geschichte: Alle politischen Kräfte wollen den Soundgarten in der Kurstadt behalten, wie sie es erst im Dezember beschlossen hatten, als sie ein Nutzungsrecht für die Dauer von fünf Jahren einräumten, an dem sie nach wie vor festhalten. Auch Hessensound wolle gern in der Stadt bleiben, sagte auf Anfrage Pressesprecherin Martina Adler. Vorsichtiger drückte sich ihr Chef Mario Borschel aus. Man sei sich „noch nicht schlüssig“, hänge in der Luft, und die Zukunft sei offen. Wie Hix hob auch Borschel hervor, Hessensound brauche Planungssicherheit, auch weil hochkarätige Künstler frühzeitig gebucht werden müssten.

Unterdessen kündigte der Bürgermeister an, er prüfe, ob er Widerspruch gegen den Magistratsbeschluss einlege. Der hätte zur Folge, dass der Magistrat erneut entscheiden müsse. Bei gleichem Ergebnis seien die Stadtverordneten gefragt. Und wie im Magistrat hat auch im Parlament die Koalition eine Mehrheit. (zcc)

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