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Neujahrsempfang in der Badestadt: Politiker riefen zum Zusammenhalt auf

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Setzen sich für Gleichaltrige in Indonesien ein: die Sternsinger, dargestellt von Kindern der katholischen Kirchengemeinde Bad Sooden-Allendorf.
Setzen sich für Gleichaltrige in Indonesien ein: die Sternsinger, dargestellt von Kindern der katholischen Kirchengemeinde Bad Sooden-Allendorf. © Chris Cortis

Auf dem Neujahrsempfang in Bad Sooden-Allendorf stellten sich zusätzliche Kita-Plätze als vorrangig raus.

Bad Sooden-Allendorf – Möglicherweise im Bewusstsein immer wieder aufflammender Kontroversen im Stadtparlament haben führende Kommunalpolitiker zum Zusammenhalt in Bad Sooden-Allendorf aufgerufen. In diesem Sinn äußerten sich Bürgermeister Frank Hix (CDU) und Stadtverordnetenvorsteher Mario Ziegler (SPD) am Sonntag während des Neujahrsempfangs, der erstmals im Kultur- und Kongresszentrum und damit auf Soodener Terrain stattfand.

„Lassen Sie uns Probleme gemeinsam angehen“, so der Appell des Rathauschefs, der als wichtigste Aufgabe die Schaffung von zusätzlichen Kindergartenplätzen bezeichnete, weil die aktuellen Kapazitäten nicht mehr ausreichen und Jungen und Mädchen in Kürze ihr Kita-Dasein in Containern fristen müssen. Im Raum stehen ferner der Neubau der Feuerwache, um die Fahrzeugflotte der Brandschützer nebst Sozialräumen angemessen unterzubringen.

Beide Vorhaben mit einem Kostenvolumen von mehreren Millionen Euro gehörten zu den Pflichtaufgaben der Kommune, äußerte Hix die Erwartung auf wohlwollende Hilfe durch das Land Hessen.

Rückblick auf die Coronakrise

Während sich die Tourismus- und Kuranstalt mit Kurdirektor Jens Lüdecke und seinem Stellvertreter Patrick Gerlach an der Spitze „auf einem guten Weg“ befinde, beklagte Hix den durch lange Trockenheit und Hitze verursachten Verlust von Fichtenwald, der in einer Größenordnung von 400 Hektar 20 Prozent des Stadtwaldes ausmache. Der Klimamanager, eine neue Position in der Verwaltung, werde genug zu tun haben.

In seinem Rückblick ging der Bürgermeister auf die noch nicht gänzlich überwundene „und für viele Menschen ganz schlimme“ Coronakrise ein. Kontaktverbote hätten alte Leute in die Einsamkeit getrieben. Kinder hätten nicht mehr mit ihren Freunden spielen können, und Unterrichtsausfall an den Schulen mache ihnen zum Teil heute noch zu schaffen. Vor zwei Jahren sei nicht nur Bad Sooden-Allendorf mit einem „Schneechaos“ konfrontiert gewesen. Zwölf Monate später sei die Ukraine vom anhaltenden Krieg heimgesucht worden.

Lobend hervor hob Hix einen Konvoi, der aus der Badestadt Hilfsgüter nach Krynica-Zdrój brachte zur Weiterleitung an eine ukrainische Kommune, mit der die polnische Partnerstadt ebenfalls verschwistert ist. Auf dem Rückweg seien 17 Flüchtlinge mitgenommen worden, die bei Familien in Bad Sooden-Allendorf spontan untergekommen seien - „eine großartige Geste“.

Der Dank gilt den Helfern

Dank an alle Bürger der Stadt, welche die Menschen in der Ukraine unterstützt hätten und es noch tun, hatte eingangs auch Stadtverordnetenvorsteher Mario Ziegler gesagt. Sein Dank galt auch Polizei, Feuerwehr und Rettungsorganisationen, die hier einen friedlichen Jahreswechsel gewährleistet hätten. Zugleich nahm er sie gegen Anfeindungen und Krawallmacher in Schutz. „Wer Böller gegen Einsatzkräfte wirft, muss bestraft werden“, forderte Ziegler unter Beifall und hob den, wie er sagte, „hohen Stellenwert des Gemeinsinns in der Stadt“ hervor. Ihren großen Auftritt hatten abschließend sieben Kinder der katholischen Kirchengemeinde St. Bonifatius. Als Sternsinger überbrachten sie den Segen Gottes, erbaten den Frieden für alle Menschen rund um den Globus und sammelten Spenden ein für Kinder in Not in Indonesien.

Umrahmt worden war der rund zweistündige offizielle Teil der Veranstaltung durch ein vierköpfiges Ensemble der Musikschule Werra-Meißner und dem örtlichen Männerchor unter der Leitung von Ulrike Hildebrand. Für die Verköstigung der Gesellschaft beim Neujahrsempfang sorgte die Arbeitsgemeinschaft Märchenhaftes Bad Sooden-Allendorf.

Von Chris Cortis

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