Glücklich seit 65 Jahren - Eiserne Hochzeit in Bad Sooden-Allendorf

Lang ist’s her: Vor 65 Jahren wurden Heinz Ulzheimer und Margot Glöckner ein Ehepaar. Heinz gewann 1952 in Helsinki mit dem Bronzerang über 800 Meter die erste deutsche Olympiamedaille nach dem Zweiten Weltkrieg und sicherte sich auch Bronze mit der 4x400-MeterStaffel. Margot sollte in Helsinki über 4x100 Meter starten, musste aber einer anderen Sprinterin den Vortritt lassen. Repro: Cortis

Bad Sooden-Allendorf. Die früheren Sport-Asse Heinz und Margot Ulzheimer feiern ihre eiserne Hochzeit.

Eigentlich war der Auftrag ganz klar: Heinz Ulzheimer, Leichathletik-Ass der Eintracht Frankfurt und später über die Mittelstrecke zweifacher Olympionike, sollte nichts anderes tun, als seinen Charme spielen zu lassen, um eine gewisse Margot Glöckner vom Nachbarverein SG Höchst in den renommierten Club der Mainmetropole zu lotsen.

Die beachtlichen Leistungen der jungen Sprinterin, die später sogar Deutsche Meisterin wurde, hatten sich nämlich schnell rumgesprochen. Die erfolgreiche Charme-Offensive des baumlangen Athleten wurde gleichzeitig eine Abwerbung ins private Glück: Heute feiern Margot und Heinz Ulzheimer nach 65 Ehejahren Eiserne Hochzeit.

Sein Vater habe „sich langsam rangepirscht“, beschreibt der einzige Sohn Michael (62), was sich vor dem 16. November 1951 abgespielt haben muss: Gemeinsames Training. Gemeinsam zu Wettkämpfen. „Auf einmal waren wir verliebt“, unterbricht ihn seine Mutter mit strahlenden Augen. Und mit einem Blick zu ihrem Mann: „Das ist mein Goldiger von Anfang an. An ihm mag ich alles.“

Sie feiern das seltene Fest der eisernen Hochzeit: Heinz und Margot Ulzheimer. Foto: Cortis

Den Heiratsantrag machte Heinz in einem Schlösschen am Ufer des Rheins, hat Margot noch gut in Erinnerung. Natürlich hat sie spontan „Ja“ gesagt. Und das war auch gut so. Denn sonst hätten die beiden nicht die Wohnung bekommen, auf die sie so scharf waren. Die sittenstrenge Vermieterin verlangte nämlich mindestens die Vorlage des schriftlichen Aufgebots.

Viele glückliche Jahre haben Heinz und Margot Ulzheimer in Südhessen verbracht. Noch heute verrät der Dialekt ihre Herkunft. Vor elf Jahren zog es die heute 90-Jährigen in die nordhessische Kurstadt, um der Familie nahe zu sein. Als Pennäler hatte es Sohn Michael Ende der 1960er Jahre nach Bad Sooden-Allendorf verschlagen, nachdem er im Fernsehen vom dortigen Sportinternat erfahren hatte. Hier machte er sein Abitur, dann brachte er es bei der Bundeswehr bis zum Oberstleutnant und schenkte mit Ehefrau Angelika den Eltern zwei Enkel.

Die Umsiedlung nach „Hessisch Sibirien“ haben Margot und Heinz Ulzheimer nie bereut. Gebürtig in Höchst, fühlt sich das „eiserne“ Paar heute in der Badestadt pudelwohl. Der frühere Kfz-Meister, der später bei der Frankfurter Stadtverwaltung beschäftigt war, und die ehemalige kaufmännische Angestellte in der Modebranche feiern ihren Ehrentag allerdings nicht heute, sondern so richtig erst am arbeitnehmerfreundlichen Wochenende - und zwar mit Freunden und natürlich der ganzen Familie, zu der auch eine zweieinhalbjährige Urenkelin gehört.

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