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„Mitgliedschaft auf Zeit“ bei der TSG Bad Sooden-Allendorf

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Von: Christoph Cortis

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Die Teilnehmer an der Neujahrswanderung der TSG Bad Sooden-Allendorf.
Fertig zum Abmarsch: die Teilnehmer an der Neujahrswanderung der TSG Bad Sooden-Allendorf. © Chris Cortis

Fern von Euphorie, aber doch verhalten optimistisch ist die Turn- und Sportgemeinde (TSG) Bad Sooden-Allendorf ins neue Jahr gestartet. Diese Zuversicht zum Ausdruck brachte der Vorsitzende Sven Schmerfeld am Samstagabend beim traditionellen Neujahrsempfang im voll besetzten Saal des Hotels Werratal. Vorausgegangen war, wie üblich, eine Wanderung mit diesmal 23 Teilnehmern.

Bad Sooden-Allendorf – Wegen der noch nicht gänzlich überwundenen Coronakrise hatte die TSG zwei Jahre lang auf diese Veranstaltungen verzichten müssen. Auch Trainingsstunden und Wettkämpfe seien von heute auf morgen eingestellt worden, worunter insbesondere die Kinder zu leiden gehabt hätten, die weder ihren Bewegungsdrang hätten ausleben, noch ihre Freunde treffen können.

Als „nächsten Schock“ bezeichnete Schmerfeld – der 51-jährige Polizeibeamte steht seit knapp 15 Monaten an der Spitze des Vereins – den Krieg in der Ukraine. Wegen des Flüchtlingsstroms aus diesem Land sei die Großsporthalle zur Erstaufnahmeeinrichtung umfunktioniert worden und monatelang für ihre eigentlichen Zwecke nicht nutzbar gewesen.

Zugesetzt hätten der TSG auch die dramatisch gestiegenen Energiekosten, derentwegen der Kreis die Duschen in den Sporthallen sperren ließ, dieses Verbot aber nach nur einer Woche wieder aufgehoben habe.

In der Summe hätten all diese Rückschläge zu einem signifikanten Mitgliederschwund geführt, verschärft noch durch die Abspaltung von Turnern, die unmittelbar vor Ausbruch der Pandemie einen eigenen Verein gründeten.

Nach wie vor aber sei die TSG mit aktuell 823 Mitgliedern in den Abteilungen Handball, Fußball, Tischtennis, Schwimmen, Turnen sowie Reha- und Gesundheitssport der stärkste Verein in Bad Sooden-Allendorf.

Mit einem Ausblick auf das soeben begonnene Jahr kündigte der Vorsitzende an, den Spiel- und Trainingsbetrieb „in vollem Umfang“ wieder aufzunehmen. Verstärkt werde man sich bemühen, verloren gegangene Mitglieder wieder zurückzugewinnen. In diesem Zusammenhang wies er auch auf die neue Möglichkeit einer „Mitgliedschaft auf Zeit“ hin, etwa in Form eines Geschenkgutscheins für drei oder sechs Monate. Der komme beispielsweise infrage für eine Teilnahme am Zumba-Tanz oder neu: für Hula-Hoop.

Schmerfeld dankte allen Helfern und ehrenamtlichen Kräften des Vereins für „hervorragende Arbeit“, der Stadt für die kostenfreie Überlassung der Sportstätten und wünschte allen Mitgliedern „viele größtmögliche sportliche Erfolge“.

In einem Grußwort räumte Bürgermeister Frank Hix ein, Corona habe nicht nur die Sportler „ein bisschen aus der Bahn geworfen“. Er wies auf ein vom Kreis aufgelegtes Programm hin, um Kinder und Jugendliche wieder an den Vereinssport heranzuführen, und beschwor einen „kräftigen Zusammenhalt“ in der Stadt.

Bei der vorangegangenen, eineinhalbstündigen Neujahrswanderung, die acht Kilometer rund um die Bruchteiche in Sooden führte, waren unterwegs von guten Geistern mit Schmalzstullen, heißem Apfelsaft und weißem Rum verköstigt worden.  (zcc)

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